Lücken füllen leichter gemacht

von JobFit-Projektredaktion | 11. Mai. 2013 | Kommentare deaktiviert für Lücken füllen leichter gemacht
Tipps und Hilfen von erfahrenen Ausbildern, Handwerkern oder Lehrern sollen verhindern, dass eine Lehre abgebrochen wird. Foto: Fotolia/Robert Kneschke

Tipps und Hilfen von erfahrenen Ausbildern, Handwerkern oder Lehrern sollen verhindern, dass eine Lehre abgebrochen wird. Foto: Fotolia/Robert Kneschke

Für Lehrlinge, die sich auf ihrem Weg in den Beruf schwertun, gibt es kostenlose „Ausbildungsbegleitende Hilfen“

Nicht immer läuft in der Lehre alles glatt. Mancher hat von vornherein Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden, anderen fällt das Lernen in der Berufsschule schwer. Vielleicht machen es auch sprachliche Defizite oder ein körperliches Handicap schwer mitzuhalten. Doch der Abschluss kann trotz solcher Hindernisse gelingen. Dafür macht sich das Programm „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ (AbH) der Arbeitsagenturen stark.

Das Programm ist für Auszubildende gedacht, die über einen bei der jeweiligen Kammer eingetragenen Berufsausbildungsvertrag nach dem Bundesbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder dem Altenpflegegesetz verfügen. Lehrlinge, bei denen aus unterschiedlichen Gründen das Ausbildungsziel gefährdet ist, erhalten im Rahmen der AbH über die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule hinaus sogenannten Stütz-unterricht. „Der Unterricht beträgt mindestens drei und maximal acht Wochenstunden à 45 Minuten“, erklärt Frank Groll, der als Berufsberater die AbH in Ulm und Ehingen betreut. Der Unterricht, so Groll, findet nach 17 Uhr statt und wird von erfahrenen Ausbildern, Handwerkern oder Lehrern geleitet.

Grundsätzlich in allen Fächern

Der Unterricht findet grundsätzlich in allen Fächern der Berufsschule statt. Zumeist wird er aber in berufsspezifischen Fächern wie Mathematik, Metalltechnik, Elektrotechnik oder kaufmännischen Fächern wie Steuerung & Kontrolle oder BWL benötigt. Auch Deutsch ist ein gefragtes Stützfach. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen, deren Ausbildungsziel wegen schwacher schulischer Voraussetzungen oder Sprachbarrieren gefährdet ist, durch AbH den erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen, dualen Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen zu ermöglichen“, erläutert Groll das Konzept. Der zweite Baustein der AbH ist die sozialpädagogische Begleitung von Azubis mit Problemen, zum Beispiel privater Natur. So wird auch die Entwicklung der Persönlichkeit unterstützt.

„Die Förderung ist weder für den Betrieb noch für den Lehrling mit Kosten verbunden. Sie wird von den Arbeitsagenturen finanziert“, sagt die Betreuerin der AbH in Biberach, Stefanie Dubowik. Sie warnt die Geförderten aber vor falschen Erwartungen. „Die Teilnahme ersetzt nämlich nicht das zusätzlich wichtige häusliche und betriebliche Lernengagement.“ Auch das Angebot der AbH erfordere die aktive Mitwirkung des Jugendlichen, so Dubowik.

Die positive Resonanz bei Auszubildenden, Betrieben und auch Lehrkräften der Berufsschulen schlägt sich in der Auslastung nieder. Aktuell hält die Agentur für Arbeit 210 Plätze an den Standorten Ulm und Ehingen vor, in Biberach sind es 125 Plätze. Die Auslastung läge bei nahezu 100 Prozent, berichtet Frank Groll, deshalb werde die Platzzahl ab September auf insgesamt 227 Plätze in Ulm/Ehingen erhöht. Am Standort Biberach wird auf 170 Plätze aufgestockt. AbH-Plätze sind in der gesamten Region verfügbar, so etwa 35 Plätze in Wangen, 70 Plätze in Friedrichshafen und 80 Plätze in Ravensburg.

Wer an dem Programm teilnehmen darf, entscheidet die Berufsberatung der jeweils zuständigen, örtlichen Arbeitsagentur. Dort muss der Auszubildende selbst den Antrag auf AbH stellen. Gewährt wird die Hilfe für ein Jahr, sie kann auf Antrag verlängert und vom Anfang bis zum Ende der Lehrzeit bewilligt werden. Denkbar sind die AbH nicht nur während einer beruflichen Erstausbildung. Die Möglichkeit besteht auch im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung oder auch im Zusammenhang mit einer Zweitausbildung, sofern sie für die dauerhafte Eingliederung des Geförderten auf dem Arbeitsmarkt nötig ist.

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