Das genaue Hinhören ist immens wichtig

von Projektredaktion | 8. Jun. 2013 | Kommentare deaktiviert für Das genaue Hinhören ist immens wichtig

Der Beruf des Vermögensberaters erfordert hohe soziale Kompetenz – Verschiedene Wege der Ausbildung

Vermögensberater Alexander Heinemann / Der Auszubildende zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen lernt, einen Antrag auf Vollständigkeit zu überprüfen. Foto: privat / BIBB

Vermögensberater Alexander Heinemann / Der Auszubildende zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen lernt, einen Antrag auf Vollständigkeit zu überprüfen. Foto: privat / BIBB
Foto: privat

Die Finanzkrise hat viele Anleger in Deutschland verunsichert. Sie suchen nach neuen Wegen, um ihr Geld sicher, aber auch gewinnbringend anzulegen – und wenden sich in der Regel an Vermögensberater. Mit dem Dualen Studium ist ein neuer Ausbildungsweg für diesen Beruf entstanden. Wir sprachen mit dem Vermögensberater Alexander Heinemann über den besten Einstieg in die Branche.

Wie wird man Vermögensberater?
Nun, da gibt es drei Wege. Schulabgänger mit einer guten Mittleren Reife oder Abitur können in einem regional ansässigen Büro eine Ausbildung absolvieren und beim Deutschen Berufsbildungswerk Vermögensberatung (DBBV) das Zertifikat Geprüfter Vermögensberater oder Geprüfte Vermögensberaterin (DBBV) erlangen. Zum anderen können Auszubildende den IHK-Abschluss Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzen anstreben. Die dritte Möglichkeit ist das Duale Studium. Um hochqualifizierte Abiturienten für uns zu gewinnen, bietet die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) dieses Kombistudium an. Die Nachwuchskräfte studieren Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Finanzvertrieb an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Mettmann, beziehungsweise demnächst Marburg, und absolvieren parallel eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen bei einer der insgesamt über 400 Direktionen oder selbstständigen Vermögensberater der DVAG in Deutschland. Danach sind sie im Besitz des Abschlusses „Bachelor of Arts in Business Administration“, des IHK-Zeugnisses und des DBBV-Titels.

Heißt das vielleicht, dass bald nur noch Abiturienten, die sich für dieses Kombistudium entscheiden, Chancen auf eine Karriere als Vermögensberater haben?
Keineswegs. Auch Auszubildende, die sich für einen der beiden klassischen Ausbildungswege entscheiden, können später in unserer Branche sehr erfolgreich sein. In meinem Team gibt es neben Mitarbeitern, die ein Duales Studium absolviert haben, auch viele, die intern ausgebildet wurden. Ein Vorteil für die Studenten ist natürlich die hohe Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses. Aber auch für Absolventen anderer Studienrichtungen gibt es ein individuelles Einstiegsprogramm.

Welche Voraussetzungen sollten Schulabgänger mitbringen, die sich für den Beruf interessieren?
Am allerwichtigsten ist die soziale Kompetenz. Das genaue Hinhören ist in unserem Beruf immens wichtig, um für den Kunden passgenaue Lösungen zu finden. Erst nach der genauen Analyse der Kundenwünsche kann eine individuelle Strategie entwickelt werden. Natürlich sollte auch Interesse für Wirtschaft und Mathematik vorhanden sein, aber dies allein reicht für unsere Profession nicht aus. Deshalb gibt es in der Vermögensberatung auch gute Chancen für Frauen, weil sie häufig mehr Empathie mitbringen und deshalb im Umgang mit den Kunden Vorteile haben.

Was raten Sie Schulabgängern, die einen Ausbildungsplatz im Finanzbereich suchen?
Ich würde eine Ausbildung in einem großen Unternehmen anstreben, denn dies bietet zum einen Rechtssicherheit, weil dort nur staatlich geprüfte Produkte angeboten werden, und zum anderen sind die Auszubildenden in großen Unternehmen immer direkt über die aktuelle, sich ja durchaus verändernde Produktpalette in der Vermögensanlage informiert.

Wie kann ich als junger Mensch denn herausfinden, ob dieser Beruf der richtige für mich ist?
Da empfehle ich eine Testphase. Die Schulabgänger können Vermögensberater auf eine solche Probephase ansprechen und werden auf sehr viel Verständnis für diesen Wunsch treffen. Ein solches Praktikum kann zwischen sechs Wochen und sechs Monaten dauern. Oft stellt sich die Eignung aber bereits nach wenigen Wochen heraus.

Die Branche wächst trotz der Finanzkrise. Woran liegt das?
Gerade die Unüberschaubarkeit der Möglichkeiten für Anleger ist ein Garant für die Nachfrage nach gut ausgebildeten Vermögensberatern. Kaum eine Privatperson kann die Recherche für eine gute Anlage leisten oder alle staatlichen Vorteile in die Finanzplanung mit einbeziehen. Deshalb können junge Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden, sicher in die Zukunft blicken.

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