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von JobFit-Projektredaktion | 8. Jul. 2013 | Kommentare deaktiviert für Barrierefrei lernen

Wie auch Auszubildende mit chronischen Krankheiten ihre Lehre meistern können

Von Nina C. Zimmermann, dpa

Für Mitarbeiter, die an Rheuma erkrankt sind, kann eine besondere, ergonomische Maus hilfreich sein. Foto: shutterstock

Für Mitarbeiter, die an Rheuma erkrankt sind, kann eine besondere, ergonomische Maus hilfreich sein. Foto: shutterstock

Diabetes, Rheuma oder Epilepsie sind Krankheiten, die auch schon junge Menschen treffen können. Trotzdem sind sie genauso gute Auszubildende wie gesunde Gleichaltrige. Ob und wann sie ihre Erkrankung bekannt machen sollten, hängt auch von der Firmenkultur ab.

Leidet ein Auszubildender unter einer chronischen Krankheit wie Rheuma oder Diabetes, muss er seinen Arbeitgeber darüber nicht informieren. „Er sollte aber mit seinem Vorgesetzen darüber reden“, empfiehlt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) in Berlin. Im Gespräch könne man gemeinsam überlegen, wie die Kollegen mit einer chronischen Erkrankung umgehen werden. Das hilft Auszubildenden besser einzuschätzen, wie sinnvoll es ist, sehr offen zu sein.

Außerdem sollte der Auszubildende in diesem Gespräch erfragen, wer im Betrieb für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zuständig ist. Das sei in der Regel der Betriebsarzt oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, sagt Anette Wahl-Wachendorf. „In jedem Betrieb muss es einen Betriebsarzt geben, beziehungsweise der Betrieb muss einen nennen können.“ Dieser müsse in das Unternehmen kommen und während der Arbeitszeit für den Beschäftigen ansprechbar sein.

Der Betriebsarzt berate den chronisch kranken Auszubildenden individuell und erläutere, welche Erleichterungen das Unternehmen ihm biete, erklärte die Fachärztin für Arbeitsmedizin. Das reiche von der Frage, welche Hilfsmittel wie ein besonderer Stuhl, ein Steharbeitsplatz oder eine ergonomische Maus der Betrieb einem Mitarbeiter mit Rheuma zur Verfügung stelle, bis hin zu der Frage, wer sich um so etwas kümmert.

„Der Betriebsarzt wird den Auszubildenden ermutigen, tendenziell offen mit der Krankheit umzugehen“, sagte Wahl-Wachendorf. Das müsse zwar nicht unbedingt am ersten Tag geschehen. Es habe sich aber immer bewährt, offen zu sagen: „Ich bin krank, aber ich tue mein Möglichstes, wenn ihr mich dabei unterstützt.“ Damit stoße der Betroffene meist auf Verständnis und Hilfe der Kollegen und beuge zugleich Missverständnissen vor.

Ein epileptischer Anfall mache Unwissenden häufig Angst. „Laien assoziieren denåÊAnfall oft mit Alkohol“, weiß die Medizinerin. Und wenn sich ein Typ-1-Diabetiker regelmäßig zurückzieht, um sich Insulin zu spritzen, kann auch das leicht zu einem falschen Eindruck führen, dem sich mit Offenheit vorbeugen lässt.

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