Finanzspritze für Azubis

von Projektredaktion | 19. Aug. 2013 | Kommentare deaktiviert für Finanzspritze für Azubis

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bessert das Lehrlingsbudget auf

Einen Anspruch auf Beihilfe haben nur Lehrlinge, die mit ihrem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Foto: shutterstock

Einen Anspruch auf Beihilfe haben nur Lehrlinge, die mit ihrem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Foto: shutterstock

Laut Artikel 12 des Grundgesetzes besteht in Deutschland ein Anspruch auf Berufsfreiheit. Reicht das Einkommen während der Ausbildung nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, haben Auszubildende das Recht auf eine Berufsausbildungsbeihilfe. Die wird ihnen zum Beispiel dann gewährt, wenn die Eltern keine finanzielle Unterstützung leisten können und die Azubis während der Lehrzeit nicht am Wohnort der Eltern leben. Im Gegensatz zum BAföG, das Studierende erhalten, muss die Berufsausbildungsförderung später nicht zurückgezahlt werden. Hier das Wichtigste in Kürze:

Wie bekommt man die Beihilfe?
Um in den Genuss der Berufsausbildungsbeihilfe zu kommen, können Auszubildende bei der Agentur für Arbeit des jeweiligen Wohnortes einen Antrag stellen. Die Agentur prüft, ob ein Anspruch darauf besteht.

Was geschieht, wenn die Beihilfe erst nach Beginn der Ausbildung gewährt wird?
In dem Fall wird sie rückwirkend gezahlt. Sie wird jedoch erst von dem Monat an geleistet, in dem der Antrag gestellt wurde.

Wer ist dazu berechtigt, diese Beihilfe zu bekommen?
Auszubildende kommen nur dann in den Genuss der Förderung, wenn sie einen Ausbildungsberuf erlernen, der auch staatlich anerkannt ist. Eine Liste aller 340 staatlich anerkannten Berufe findet sich hier.

Einen Anspruch auf Beihilfe haben nur Lehrlinge, die mit ihrem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Zudem muss die Lehre bei einer der zuständigen Stellen – etwa der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer – eingetragen worden sein. Auch Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) können BAB beantragen.

Wann wird die Ausbildungsbeihilfe nicht gewährt?
Der Staat fördert nur die erste Ausbildung. Wer bereits einen anderen beruflichen Abschluss erworben hat, muss nachweisen, dass die zweite Ausbildung notwendig ist. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die erste Ausbildung keine beruflichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet. Bestehen bereits andere staatliche Hilfen, welche sich zum Beispiel aus dem Bundesversorgungsgesetz ergeben, wird die Beihilfe ebenfalls nicht gezahlt.

Wie hoch ist die Beihilfe?
Die Ausbildungsbeihilfe ist an den BAföG-Satz für Studierende gekoppelt: Wenn der Bedarfssatz für Studierende steigt, steigt auch die Berufsausbildungsbeihilfe. Die Höhe der Förderung hängt vom „Gesamtbedarf“ während der Berufsausbildung ab und beinhaltet Pauschalen für Lebensunterhalt, Fahrtkosten und sonstige Aufwendungen.

Wie kann ich meinen Zuschuss berechnen?
Mithilfe des BAB-Rechners der Agentur für Arbeit (www.babrechner.arbeitsagentur.de) können Auszubildende berechnen, wie hoch die Berufsausbildungsbeihilfe im Einzelfall ist.

Haben auch ausländische Auszubildende Anspruch auf die Unterstützung?
Die Berufsausbildungsbeihilfe können Auszubildende erhalten, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen oder aus einem EU-Land kommen. Eine Förderung ist jedoch auch dann möglich, wenn der Azubi einen bestimmten Aufenthaltsstatus hat, die Berufsausbildung für seine Integration von Bedeutung ist und wenn ein Elternteil mindestens seit drei Jahren in Deutschland lebt und hier erwerbstätig ist. Die Agentur für Arbeit kann klären, ob eine Berechtigung vorliegt.

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