Fragen ist nicht peinlich

von JobFit-Projektredaktion | 31. Aug. 2013 | Kommentare deaktiviert für Fragen ist nicht peinlich

Wie der erste Tag gelingt – Tipps für einen guten Start am Ausbildungsplatz

Der Ausbilder ist der erste Ansprechpartner. Foto: Fotolia/Gina Sanders

Der Ausbilder ist der erste Ansprechpartner. Foto: Fotolia/Gina Sanders

Die Schulzeit ist vorbei, nun beginnt das, was Erwachsene gerne den Ernst des Lebens nennen. Der erste Tag für Auszubildende ist besonders aufregend. Über die sozialen Spielregeln in diesem neuen Lebensabschnitt sprachen wir mit Regina Schäfer und Ingrid Ute Ehlers, Kommunikationsexpertinnen und Autorinnen des Ratgebers „So klappt’s mit der Probezeit“ (Linde Verlag).

Frau Schäfer, Frau Ehlers, der erste Tag ist für Azubis besonders aufregend. Wie bekommen junge Azubis ihre Nervosität in den Griff?
Schäfer: Die gute Vorbereitung macht’s. Dann gibt’s auch weniger Stress. Unbedingt vorher prüfen: Wie komme ich zum Ausbildungsbetrieb? Wie lange dauert der Weg? Weiß ich genau, wo ich dort hin muss? Habe ich die Telefonnummern meiner Ansprechpartner im Handy abgespeichert, falls ich mich verspäte? Auch wichtig: die Tasche oder den Rucksack am Vorabend packen, die benötigten Unterlagen zurechtlegen, Anziehsachen rauslegen. Und vor allem den Wecker mit einer halben Stunde Zeitpuffer stellen, damit kein Zeitdruck entsteht.
Ehlers: Außerdem ist es überhaupt nicht schlimm, wenn die anderen merken, dass man an diesem besonderen Tag ein bisschen nervös ist – dies zeigt, dass der Beginn der Ausbildung auch wirklich ernst genommen wird. Wer sich bemüht, besonders selbstbewusst und cool rüberzukommen, kann schnell arrogant wirken.

Viele Menschen stellen sich am ersten Tag vor. Wie behält man den Überblick?
Ehlers: Es ist sinnvoll, sich die verschiedenen Namen irgendwo aufzuschreiben – nicht in Anwesenheit der betreffenden Person, aber in den Pausen oder am Ende des ersten Tages. Man kann auch um einen Ausdruck des Telefonverzeichnisses bitten – dort steht auch gleich, wie die Namen korrekt geschrieben werden und welche Funktion die betreffenden Personen im Unternehmen einnehmen. Und vor allem fragen, fragen, fragen. Es ist gar nicht peinlich, wenn man sich die Namen nicht auf Anhieb merken kann.

Welche Rolle spielen Körpersignale beim ersten Eindruck?
Schäfer: Körpersignale spielen eine große Rolle, weil sie einen hohen Anteil daran haben, wie sympathisch man Menschen findet, die man neu kennenlernt. Für den ersten Ausbildungstag bedeutet das, aufmerksam und interessiert zu wirken, also eine gerade Körperhaltung einnehmen, bei Gesprächen Blickkontakt halten, nicht mit dem Handy rumspielen oder etwa sogar Kopfhörer tragen.

Was sind die schlimmsten Peinlichkeiten – und wie lassen sich die umgehen?
Ehlers: Eigentlich alle Verhaltensweisen, die kindlich und unreif wirken. Beispiele hierfür sind: ungefragtes Duzen der neuen Kolleginnen und Kollegen, nervige Handyklingeltöne oder Witze Erzählen. Peinlich ist es auch, sich mit Spitznamen vorzustellen. Statt „Tobi“, „Matze“ oder „Moni“ besser den vollständigen Namen verwenden.

Wie akzeptieren einen die anderen als Teammitglied?
Schäfer: Grundsätzlich empfiehlt es sich, gut zu beobachten, wie das Team „tickt“. Etwa, wie streng die Teammitglieder mit Revieren am Arbeitsplatz umgehen: bestimmte Sitzplätze während der Teambesprechung, Arbeitsplätze oder Werkzeug von anderen, Essen und Getränke im Kühlschrank und vieles mehr. Viele Azubis unterschätzen auch die Beteiligung an Firmenaktivitäten, die nicht direkt etwas mit ihrer Ausbildung zu tun haben, die aber für die schnelle Akzeptanz der Neuen wichtig sind. Daneben kommen vorschnelle Verbesserungsvorschläge in der Regel nicht gut an. Besser ist es, kontinuierlich Hilfsbereitschaft zu signalisieren und anderen ungefragt Unterstützung anzubieten. Damit wächst man schnell ins Team hinein.

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