Je früher, desto besser

von JobFit-Projektredaktion | 3. Aug. 2013 | Kommentare deaktiviert für Je früher, desto besser

Schon vor Ende der Lehrzeit sollten Auszubildende an ihre weitere berufliche Zukunft denken

Von Frank Heilmann

Wenn man von seinem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wird, kann man sich dennoch selbstbewusst um eine Arbeitsstelle bewerben. Foto: contrastwerkstatt - fotolia

Wenn man von seinem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wird, kann man sich dennoch selbstbewusst um eine Arbeitsstelle bewerben. Foto: contrastwerkstatt – fotolia

Wenn das Ausbildungsende naht, neigt man dazu, sich erst einmal entspannt zurückzulehnen und sich vom Prüfungsstress zu erholen. Doch allzu lange sollte man sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. Am Ende der Ausbildung gibt es vieles zu bedenken, was den weiteren Berufsweg und das zurückliegende Ausbildungsverhältnis angeht. Fristen müssen eingehalten und Zukunftspläne geschmiedet werden, denn die Ausbildung ist lediglich eine Etappe auf dem Weg ins Berufsleben. Eine bestandene Prüfung ist ein schöner Erfolg, aber nicht jeder Auszubildende hat das Glück, von seinem Betrieb übernommen zu werden. In diesem Fall ist Eigeninitiative gefordert. Der Auszubildende sollte sich umgehend bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend melden. Denn an diese Meldung sind nicht nur die Arbeitslosenbezüge, sondern auch die Kranken- und Pflegeversicherung gekoppelt. „Momentan haben Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt aber sehr gute Chancen“, sagt Clemens Besenfelder, Ausbildungsberater für kaufmännische Berufe in der IHK Bodensee-Oberschwaben, „denn gut ausgebildete Fachkräfte werden gesucht.“

Für Missverständnisse sorgt immer wieder die Frage nach dem offiziellen Ende der Ausbildungszeit. Regulär endet der Ausbildungsvertrag mit Bestehen der Abschlussprüfung. Das gilt auch für den Fall, dass der Prüfungstermin vor dem Ablauf der vereinbarten Ausbildungszeit liegt. Am letzten Prüfungstag erhält der Auszubildende eine vorläufige Bescheinigung ausgestellt, die er seinem Betrieb vorzulegen hat. Bei bestandener Prüfung ist mit dem Datum der Bescheinigung das Ausbildungsverhältnis beendet. Sollte die Abschlussprüfung nicht bestanden werden, besteht Anspruch auf eine Verlängerung der Ausbildung. „Die Abschlussprüfung“, erklärt Besenfelder, „kann zweimal wiederholt werden. Auf Wunsch des Auszubildenden wird die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr, längstens jedoch um ein Jahr verlängert.“ Zur Vorbereitung auf die Wiederholungsprüfung empfiehlt der Ausbildungsberater die „Ausbildungsbegleitenden Hilfen“ (ABH), die von den Arbeitsagenturen angeboten werden.

Abschluss eines Arbeitsvertrages vor Ausbildungsende möglich

In jedem Fall gilt es, alle Modalitäten bezüglich des Ausbildungsendes mit dem Ausbildungsbetrieb vertraglich zu regeln. Hier steht die IHK mit Rat und Tat zur Seite. Dies empfiehlt sich auch, wenn es um die Weiterbeschäftigung nach dem Ausbildungsende geht. Der Ausbilder muss von Auszubildenden über das Ende der Ausbildung in Kenntnis gesetzt werden. Das ist besonders wichtig, wenn der Prüfungstermin vor dem Ende des Ausbildungsvertrags liegt. Es muss also eine gültige Vereinbarung über eine Weiterbeschäftigung vorliegen, wenn der Auszubildende am Tag nach der Prüfung am Arbeitsplatz erscheint. Diese Vereinbarung sollten beide Seiten rechtzeitig treffen. „Ausbildende und Auszubildende können bereits sechs Monate vor dem geplanten Ausbildungsende einen Arbeitsvertrag abschließen“, sagt Besenfelder. „Damit darf man nicht bis zum Ende der Ausbildung warten.“ Denn sollte der Betrieb den Auszubildenden nicht übernehmen, muss er sich umgehend bei anderen Arbeitgebern bewerben. „Die Chancen auf eine Stelle“, so Besenfelder, „sind größer, je frühzeitiger man sich bewirbt.“

Peinlich muss dem Auszubildenden seine Arbeitslosigkeit nicht sein. Betriebe kennen das Problem nur zu gut. Die Übernahme hänge in den meisten Fällen mit der aktuellen Auftragslage oder dem Personalbedarf des Ausbildungsbetriebes zusammen, so Besenfelder. Sie geben keine Rückschlüsse auf das Verhalten und die Leistung des Auszubildenden. Darauf kann in der Bewerbung auch hingewiesen werden. Die Arbeitssuche kann mitunter frustrierend sein, aber davon sollte sich niemand unterkriegen lassen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist ein toller Erfolg. Darauf kann man zu Recht stolz sein.

Kommentare geschlossen.