Schon heute an übermorgen denken

von JobFit-Projektredaktion | 16. Sep. 2013 | Kommentare deaktiviert für Schon heute an übermorgen denken

Nur wenige Azubis sorgen für das Alter vor – Staatlich geförderte Möglichkeiten lohnen sich

Sparen fürs Alter: Experten raten jungen Menschen, so früh wie möglich privat vorzusorgen. Foto: Fotolia

Sparen fürs Alter: Experten raten jungen Menschen, so früh wie möglich privat vorzusorgen. Foto: Fotolia

Ein Auto, die eigene Wohnung – wenn Auszubildende sparen, denken sie nur selten an die eigene Rente. Lediglich jeder Fünfte sorgt während der Lehre zusätzlich für das Alter vor, wie eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab. Verwunderlich ist das nicht, betrug das durchschnittliche Monatsgehalt laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Jahr 2011 doch gerade einmal 675 Euro. Dennoch bombardieren Banken und Versicherungen die Azubis mit Angeboten. Möglichkeiten gibt es viele, und der Tenor ist immer gleich: Je früher, desto besser. „Und das stimmt“, sagt Frieder Rauch, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Generell sei die private Vorsorge heute unerlässlich, bestätigt der Fachmann, der seit 25 Jahren im Bereich der Vermögensberatung tätig ist. „Während heute drei Berufstätige einen Rentner finanzieren, sorgt der demografische Wandel dafür, dass künftig nur ein Arbeitnehmer die Finanzierung übernehmen wird – natürlich mit Auswirkungen auf die Rentenhöhe.“

Sogenannte Riester-Verträge sind dabei eine Möglichkeit der privaten Vorsorge. Derzeit besitzen lediglich acht Prozent der Auszubildenden eine Riester-Rente, wie die Umfrage der GfK weiter ergab. „Dabei ist gerade der frühe Beginn sehr lohnend“, erklärt Rauch und rechnet vor: „Wer mit 18 Jahren mit einer vermögensbildenden Maßnahme wie Riester beginnt und regelmäßig monatlich 50 Euro einzahlt, erhält bei einer Verzinsung von beispielsweise vier Prozent mit 67 Jahren ein Verrentungskapital in Höhe von 91 143 Euro. Derjenige, der erst mit 30 Jahren beginnt, zahlt zwar 7200 Euro weniger ein, aber erhält bei gleicher Verzinsung beim Renteneintritt mit 67 Jahren nur 50 732 Euro Verrentungskapital. Der Minderertrag durch den späten Eintritt ist immens.“

Frieder Rauch, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Foto: DVAG

Frieder Rauch, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Foto: DVAG

Ihre Vorsorge können Azubis mit geringen monatlichen Beiträgen beginnen. Lehrlingen, die auf jeden Cent achten müssen, rät Rauch: „Es genügen schon kleine Summen von gerade mal 17,17 Euro monatlich bei einem Jahresbrutto von 9000 Euro während der Ausbildung. Dann beträgt die Grundzulage jährlich 154 Euro, und sie erhalten einen einmaligen Sonderbonus von 200 Euro.“

Neben dem Riestern sind auch vermögenswirksame Leistungen eine wichtige Option für Auszubildende. Sie können in der Regel direkt nach der Probezeit noch während der Ausbildung in Anspruch genommen werden. Investiert der Auszubildende monatlich 40 Euro, so liegt der Arbeitgeberanteil sehr oft bei 26,59 Euro pro Monat. Auch hier lohne es sich, in frühen Jahren zu beginnen, so Rauch. „Durch die kurze Laufzeit von sieben Jahren beim Bausparen oder Wertpapiersparen können die Erträge schon früh in Anspruch genommen werden.“ Auch der Staat unterstützt die vermögenswirksamen Leistungen direkt durch die Arbeitnehmersparzulage.

Natürlich sollten sich Auszubildende nicht überversichern. Doch bereits zu Anfang des Berufslebens sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. „Je früher, umso besser“, rät Frieder Rauch auch hier. „Dann ist zum einen die Absicherung finanziell günstiger. Zum anderen gilt: Je gesünder der Arbeitnehmer, desto niedriger ist das Risiko eines Krankheitsausschlusses oder gar einer Ablehnung.“ Die Altersvorsorge sei dann der zweite Schritt. „Wer früh mit dem Riestern beginnt, setzt oft nicht viel mehr ein, als er vom Staat bekommt“, sagt Rauch. Und spätestens nach Beendigung der Ausbildung sei es schlau, sich um die Entgeltumwandlung beziehungsweise die Betriebliche Altersvorsorge zu kümmern, so der Fachmann. „So können junge Menschen mithilfe von Vater Staat – und somit auf preiswerte Weise – für ihre Zukunft vorsorgen.“

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