Plötzlich berufsunfähig

von Projektredaktion | 7. Dez. 2013 | Kommentare deaktiviert für Plötzlich berufsunfähig

Jeder Fünfte scheidet vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus – Schon für Auszubildende hat eine Absicherung Sinn

Auch junge Leute können durch Unfall oder Krankheit in die Situation kommen, ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben zu können. FOTO: FRANZ PFLUEGL/FOTOLIA

Auch junge Leute können durch Unfall oder Krankheit in die Situation kommen, ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben zu können. FOTO: FRANZ PFLUEGL/FOTOLIA

Mit einer ernsthaften Erkrankung gehen nicht selten finanzielle Schwierigkeiten und sozialer Abstieg einher. Gerade junge Menschen, etwa Auszubildende oder Studierende, denken aber selten an eine Absicherung gegen solch einen Fall.

„Das Problem der Berufsunfähigkeit wird von vielen jungen Menschen unterschätzt“, sagt Ralf Kugler, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). „Das liegt auch an dem weit verbreiteten Irrtum, Arbeitnehmer seien gegen Berufsunfähigkeit gesetzlich versichert. Darum geht bei jungen Leuten die Initiative meistens von den Eltern aus.“ Eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema zahlt sich allerdings aus: Während ein 40-jähriger Dachdecker, der nicht mehr zu hundert Prozent gesund ist, mit einer monatlichen Beitragsbelastung von 110 Euro rechnen muss, sind Auszubildende schon ab 17 bis 25 Euro abgesichert.

Um eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können, muss der aktuelle Gesundheitsstand von einem Arzt bestätigt und von der Versicherung anerkannt werden. Man spricht dann von einer Berufsunfähigkeit, wenn der Versicherte infolge einer Krankheit, Körperverletzung (Unfall) oder eines Kräfteverfalls über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten seinen Beruf oder eine ähnliche Tätigkeit, der er aufgrund seiner Ausbildung nachgehen könnte, zu mehr als 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Viele Berufstätige sind auf diesen Ernstfall allerdings nicht vorbereitet. „Nur 25 Prozent aller erwerbstätigen Deutschen verfügen über einen Berufsunfähigkeitsschutz“, so Kugler. Und nur 13 Prozent rechnen damit, dass das Szenario tatsächlich eintrifft. Zu diesen Erkenntnissen gelangte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Rahmen einer 2011 durchgeführten Studie.

Psychische Probleme Hauptgrund

Allerdings scheidet jeder fünfte Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus. Mittlerweile sind psychische Belastungen der Hauptgrund für Berufsunfähigkeiten. Lediglich 17 Prozent sind auf Rückenleiden und nur fünf Prozent auf Unfälle zurückzuführen. So unterschätzen insbesondere jene, die körperlich nicht schwer arbeiten, ihr persönliches Risiko. Erst mit zunehmendem Alter sind Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen eine häufige Ursache für eine Berufsunfähigkeit.

Ralf Kugler, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Foto: DVAG

Ralf Kugler, Direktionsleiter bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Foto: DVAG

Für junge Leute kostengünstig

Auszubildende können sich bereits ab dem ersten Arbeitstag gegen Berufsunfähigkeit versichern. „Mindestens 75 Prozent des Nettolohns sollten über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sein. Bei Auszubildenden empfehlen sich sogar 100 Prozent, da die Versicherung in jungen Jahren noch recht kostengünstig ist“, rät Kugler. Normalerweise übersteigt die Leistung einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht den Verdienst der Versicherten. Bei jungen Menschen ist das jedoch anders: Obwohl sie als Azubis weniger verdienen, können sie sich ab dem ersten Ausbildungstag auf 1000 Euro monatlich absichern. Beim Abschluss des Versicherungsvertrags gibt es laut Kugler noch einige wichtige Details zu beachten: „Die Versicherung muss eine genaue Tätigkeitsbeschreibung enthalten, die Höhe der finanziellen Absicherung sollte ausreichend sein, und die Versicherung sollte vorsorglich unbedingt bis 67 laufen.“

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