So wird die Lehre eine runde Sache

von Projektredaktion | 10. Feb. 2014 | Kommentare deaktiviert für So wird die Lehre eine runde Sache

Auch Azubis können sich weiterbilden – und so die Chancen für eine Übernahme erhöhen

Neben der Ausbildung noch Wissen und besondere Fertigkeiten zu erwerben, kann sinnvoll sein und auch Spaß machen.  Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Neben der Ausbildung noch Wissen und besondere Fertigkeiten zu erwerben, kann sinnvoll sein und auch Spaß machen. Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Eine Ausbildung kann nicht alles abdecken. Es ist daher sinnvoll, sich bereits als Azubi nach Weiterbildungsangeboten zu erkundigen. Dabei kann es um die Verbesserung von Sprachkompetenzen gehen, den Erwerb zusätzlicher Computerfertigkeiten oder um erweiterte Kenntnisse in Buchführung. Wer sich freiwillig um eine Zusatzqualifikation bemüht, zeigt nicht nur seine Leistungsbereitschaft, sondern verbessert auch die Chance auf eine Anstellung nach Abschluss der Ausbildung. Umgekehrt motivieren Arbeitgeber mit zusätzlicher Förderung ihre Azubis und binden sie an den Betrieb.

Bevor sich Azubis bei einem Seminar einschreiben, ist es sinnvoll, sich mit dem Ausbildungsleiter über den Nutzen eines Kurses zu unterhalten. Er kann meist gut einschätzen, ob die gewählten Seminare zeitlich zu schaffen sind oder ob es nicht besser geeignete Alternativen gibt. Dann lohnt sich ein Blick auf die Angebote der Industrie- und Handelskammer (IHK). Auf ihren Internetseiten präsentieren sie unter „Weiterbildung“ ihr Kursprogramm. Dazu zählen auch kostenlose Onlinekurse und Seminare mit Rabatt für Auszubildende. Der Blick auf das Internetportal Azubi-academy.de lohnt sich ebenfalls, wird diese Seite, die sich an Schüler, Schulabgänger und Azubis richtet, doch von Azubis gepflegt.

Europäisches Förderprogramm

Eine breite Palette von Kursen als mögliche Ergänzung zur Ausbildung findet man bei den Volkshochschulen. Die VHS-Angebote sind in den meisten Fällen nicht nur inhaltlich gut, sondern auch mit dem schmalen Azubi-Lohn zu bezahlen. Wer sich zudem international ausrichten möchte, kann sich eine Weiterbildung im EU-Ausland auch fördern lassen. Ein Blick auf das Förderprogramm „Leonardo da Vinci“ (www.adam-europe.eu) gibt erste Anregungen.

Doch nicht immer geht es um Zusatzqualifikationen. Auch das Trainieren von Grundlagen wie Lesen, Rechnen und Schreiben zählt zur Weiterbildung in der Ausbildung. Denn längst nicht bei allen Azubis reichen die in der Schulzeit erworbenen Fähigkeiten für den Berufsalltag aus. Erreichen die Noten in der Berufsschule ein bedenkliches Niveau, kann der zuständige Lehrer „Ausbildungsbegleitende Hilfe“ für den Azubi beantragen. Dabei handelt es sich um Nachhilfe in Schulfächern wie Deutsch und Mathematik oder auch um Fachkompetenzfächer, in denen Theorie und Praxis der Ausbildung zusammengeführt werden. Die Kosten trägt die Arbeitsagentur. „Ziel ist es, die Zahl der Ausbildungsabbrecher zu verringern“, sagt Walter Nägele, Sprecher der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg. Die Nachhilfe könne zwischen drei und acht Wochenstunden umfassen. Der Arbeitgeber sei verpflichtet, den Azubi für diese Zeit von der Arbeit freizustellen. Derzeit erhalten im Bezirk der Agentur für Arbeit 70 Auszubildende eine solche „Ausbildungsbegleitende Hilfe“. „Der Bedarf war in den vergangenen Jahren immer etwa gleich hoch“, so Nägele.

Während die Nachhilfe bezahlt wird, müssen Azubis, die sich freiwillig weiterbilden möchten, über die Kostenübernahme verhandeln. Manche Arbeitgeber sind durchaus bereit, ihre Azubis über das normale Maß hinaus zu fördern, um sie an den Betrieb zu binden.

Eines sollten Auszubildende aber vorher unbedingt prüfen: Viele Ausbildungsverträge enthalten besondere Klauseln, nach denen der Arbeitgeber Anspruch auf Rückerstattung der Weiterbildungskosten hat, wenn die Ausbildung vorzeitig beendet wird. Wer also überlegt, den Betrieb vorzeitig zu verlassen, könnte eine saftige Rechnung präsentiert bekommen.

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