Keine Angst vor der Prüfungsangst

von JobFit-Projektredaktion | 17. Mai. 2014 | Kommentare deaktiviert für Keine Angst vor der Prüfungsangst

Lampenfieber lässt sich besiegen – mit einer konsequenten Vorbereitung und durchdachten Strategien

Gemeinsam zum Erfolg: In Lerngruppen ist der Stoff leichter zu bewältigen.  Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Gemeinsam zum Erfolg: In Lerngruppen ist der Stoff leichter zu bewältigen. Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Der Körper ist ein guter Gradmesser für das seelische Befinden. Feuchte Hände, Herzrasen, Magenkrämpfe, Schlafstörungen sind Anzeichen für Angst. Wenn in den kommenden Wochen an den Berufsschulen die Prüfungszeit ansteht, werden viele Auszubildende solche Symptome an sich beobachten. Das ist zunächst auch völlig in Ordnung, denn unter Psychologen gilt es als erwiesen, dass ein wenig Prüfungsstress die Konzentration und Leistungsfähigkeit fördert. Prüfungen sind Ausnahmesituationen und stellen für jeden Menschen eine Herausforderung dar – nur wenn er dies anerkennt, kann er sie bewältigen. Doch bei manchem Azubi nimmt das Lampenfieber vor der Prüfung gefährliche Formen an. Im schlimmsten Fall führt es dazu, dass dem Prüfling vor lauter Aufregung plötzlich die einfachsten Antworten nicht mehr einfallen. Es gibt aber Tricks und Strategien, um solche Blockaden zu vermeiden.

Kein Grund zum Schämen

Als allererstes sollten Betroffene sich die Furcht eingestehen. Niemand muss sich für seine Prüfungsangst schämen. Dieses Gefühl kennen selbst Manager und Spitzensportler. Im zweiten Schritt gilt es, in sich hineinzuhorchen und die individuellen Gründe für die aufkommende Panik zu erkennen. Habe ich noch genug Zeit, mich auf die Prüfung vorzubereiten? Wo liegen meine Stärken, wo meine Schwächen? Vergleiche mit Mitschülern sind häufig der Anlass für Minderwertigkeitskomplexe. Sinnvoller ist es, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Eine wichtige Einsicht ist auch, dass ein Mensch unmöglich alles wissen kann – und die Prüfer nur Fragen stellen, die mit der richtigen Vorbereitung von jedem Azubi beantwortet werden können. Eine rechtzeitige Vorbereitung verhindert also unnötigen Stress. Darum gilt es, früh einen Lehrplan zu erstellen.

Die Lernziele und Zeiteinheiten für die Vorbereitung sollten aber realistisch bleiben. Erschöpfungszustände erhöhen nämlich die Unsicherheit. Stattdessen sollten Azubis Lerngruppen bilden – oder die Familie und Freunde als Publikum nutzen. Denn sobald man selbst etwas erklärt und Lerninhalte vor anderen wiedergibt, verfestigt sich das Gelernte im Gedächtnis und ist in der Prüfungssituation leichter abrufbar. Wenn effektiv gelernt wird, bleibt auch Zeit für Freunde und Hobbys. Schöne Freizeiterlebnisse und regelmäßige Pausen sorgen dafür, dass Körper und Seele entspannt und ausgeruht genug sind, um in der entscheidenden Stunde fit zu sein. Eine Faustregel besagt, nach eineinhalb Stunden Lernen eine Pause von einer Viertelstunde einzulegen.

Ein weiterer Tipp fürs sinnvolle Lernen: Je aufgeräumter der Arbeitsplatz ist, desto effizienter sind die Lernphasen. Viele unterschätzen die Bedeutung einer guten Arbeitsatmosphäre. Sie fördert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Konzentration. Und selbst für diejenigen, die trotz optimaler Vorbereitung einen Blackout in der Prüfung befürchten, gibt es Methoden, die lähmende Angst zu überwinden. Azubis können sich in der Prüfungssituation einen „Anker“ schaffen. Das gelingt, in dem der Prüfling sich eine behagliche und erfolgreiche Situation aus der Vergangenheit ins Gedächtnis ruft und das große Selbstvertrauen aus dieser Situation in die Gegenwart der Prüfung überträgt.

Beratungsstellen nutzen

Um diese und weitere Methoden zur mentalen Stärkung kennenzulernen, sind autogenes Training, Yoga oder im Einzelfall auch eine Gesprächstherapie geeignet. Der Betriebsarzt, aber auch Beratungsstellen für Azubis geben hier gerne Tipps, welcher Weg in der persönlichen Situation am sinnvollsten ist.

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