Kleiderwahl mit kühlem Kopf

von JobFit-Projektredaktion | 31. Mai. 2014 | Kommentare deaktiviert für Kleiderwahl mit kühlem Kopf

Karriereberaterin Irmgard Reule aus Ulm gibt Empfehlungen für das richtige Sommeroutfit am Arbeitsplatz

Flip Flops gehen gar nicht - selbst unterm Schreibtisch. Foto: Monkey Business Images/fotolia

Flip Flops gehen gar nicht – selbst unterm Schreibtisch. Foto: Monkey Business Images/fotolia

Hitzefrei für Berufstätige wäre eine tolle Sache. Leider bleibt ihnen am Arbeitsplatz meist nur die Möglichkeit, sich luftig anzuziehen, um auch im Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren. Dabei stellt sich, gerade für Berufsanfänger, die Frage: Was ist hier angemessen? Wir sprachen mit der Karriereberaterin Irmgard Reule aus Ulm darüber, worauf es bei der Wahl der Sommerkleidung fürs Büro ankommt.

Bei Teenagern waren im letzten Sommer Flip Flops in. In den Schulen wurde diese Mode toleriert. Kann ich die Flip Flops nun diesen Sommer auch am Ausbildungsplatz tragen?
Irmgard Reule: Auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen! Auszubildende dürfen sich zwar legerer kleiden als alle anderen im Unternehmen. Dennoch gilt auch für sie eine bestimmte Kleiderordnung: Freizeitkleidung ist, wie ihr Name schon sagt, keine Kleidung für Beruf und Büro.

Können Sie ungeschriebene Regeln hinsichtlich der Sommerkleidung skizzieren? Vielleicht gibt es auch Branchenunterschiede?
Irmgard Reule: Generell kann man sagen, je kreativer die berufliche Umgebung ist, desto eher darf vom Dresscode abgewichen werden. Für Berufstätige, die keinen Kundenkontakt haben oder etwa in der IT-Branche beschäftigt sind, gelten etwas andere Regeln. Da können auch Turnschuhe getragen werden, wenn sie sauber sind. Sandalen mit Strümpfen und kurze Hosen sind ein Stilbruch.
In Banken, Beratungsunternehmen und Kanzleien sind die Regeln für eine angemessene Kleidung übrigens deutlich strenger als in anderen Berufszweigen. Hier werden nie offene Schuhe getragen, auch nicht bei über 30 Grad.

Dürfen weibliche Auszubildende sich sommerlicher kleiden als ihre männlichen Kollegen?
Irmgard Reule: Ja, Frauen haben es besser als Männer. Sie dürfen Röcke und Kleider tragen. Männer hingegen tragen im Berufsalltag immer lange Hosen. Es sei denn, sie arbeiten in einem besonders nonkonformen Unternehmen ohne Kundenkontakt.

Karriereberaterin Irmgard Reule. Foto: pr

Karriereberaterin Irmgard Reule. Foto: pr

Wie viel Haut darf bei hochsommerlichen Temperaturen gezeigt werden? Wo liegt die Grenze?
Irmgard Reule: Streng genommen zeigt man am Bein überhaupt nie Haut im beruflichen Alltag. Aber wenn die 30-Grad-Grenze überschritten wird, gelten zumindest für Azubis andere Regeln. Allerdings gilt diese Toleranz nicht in jeder Branche. Wie ich bereits erwähnte sind die Vorgaben in Banken oder Kanzleien deutlich strenger. Es gibt aber auch branchenübergreifende Faustregeln. Für Frauen gilt, selbst wenn es über 30 Grad heiß ist: Die Schultern sind immer komplett bedeckt. T-Shirts mit Spaghetti-Trägern sind tabu. Der Ausschnitt endet da, wo es bei uns Frauen „weich“ wird. Immer! Alles andere ist sexy und das hat im Berufsalltag nichts zu suchen. In offenen Sandalen sollten bei Frauen, wenn schon sichtbar, dann wenigstens lackierte Zehennägel rausgucken. Das ist dann auch ein wenig angezogener als ohne. Männer tragen immer lange Hosen und immer geschlossene Schuhe. In der IT-Branche herrschen allerdings eigene Gesetze. Da gibt es immer noch das Schuhregal für die Birkenstocks.

Sind die älteren Kollegen ein Maßstab? Oder müssen die Auszubildenden vorsichtiger sein als alteingesessenes Personal?
Irmgard Reule: Azubis kleiden sich ihrem Alter entsprechend jugendlicher, sie bringen ja auch frischen Wind ins Unternehmen. Und das darf sich auch im Kleidungsstil ausdrücken.

Sollte ich den Ausbilder fragen, wenn ich als Auszubildender in der Kleiderfrage unsicher bin, oder mache ich mich mit einer solchen Frage lächerlich?
Irmgard Reule: Wer sich nicht sicher ist, darf gerne den Ausbilder fragen. Denn möglicherweise geht es in der Firma oder dem Betrieb in Kleiderfragen viel legerer zu, als man vermutet, oder umgekehrt.

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