Gut vorbereitet in den Urlaub

von JobFit-Projektredaktion | 14. Jun. 2014 | Kommentare deaktiviert für Gut vorbereitet in den Urlaub

Auslandskrankenschein, Reiserücktrittsversicherung, Autoschutzbrief – Was Azubis für alle Fälle benötigen

Mit Freunden Urlaub machen ist Spaß pur. Nur sollte man dabei gut versichert sein.  Foto: lev dolgachov/Fotolia

Mit Freunden Urlaub machen ist Spaß pur. Nur sollte man dabei gut versichert sein. Foto: lev dolgachov/Fotolia

Die erste Hitzewelle hat die Vorfreude auf den Sommer gesteigert. Bei derart hohen Temperaturen möchte kaum ein Auszubildender noch an der Werkbank arbeiten, im Büro sitzen oder die Schulbank drücken. Alle sehnen sich nach Ferien. Damit diese nicht mit einer bösen Überraschung enden, sollte man bei der Planung aber auch daran denken, den eigenen Versicherungsstatus zu überprüfen.

Die wichtigste Absicherung bietet die private Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn der Versicherte anderen Personen Schaden zufügt, sei es im In- oder Ausland. Die gute Nachricht für Azubis: Sind sie noch nicht volljährig, sind ledig und haben den Erstwohnsitz im Elternhaus, dann sind sie über die Familienhaftpflicht ihrer Eltern mitversichert. Schäden an der eigenen Person sind damit aber nicht abgedeckt. Hier hilft eine private Unfallversicherung.

„Eine gute Unfallversicherung zahlt nicht nur bei Unfällen in der Freizeit, sondern rund um die Uhr und weltweit“, sagt Roland K. Weiss, Direktionsleiter für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Stuttgart. Im Hinblick auf Urlaube empfehle sich ein Blick in die Vertragsbedingungen. „Nicht alle Anbieter zahlen auch bei Infektionen wie Gelbfieber und Malaria.“ Ebenfalls nicht zum Standard zählen Klauseln zu Druckkammerbehandlungen, etwa nach einem Tauchunfall, Nahrungsmittelunverträglichkeit und „alkoholbedingte Bewusstseinsstörung“, so der Finanzexperte.

Bedingungen bei billigsten Anbietern genau prüfen

Roland K. Weiss, Direktionsleiter für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Stuttgart Foto: DVAG

Roland K. Weiss, Direktionsleiter für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Stuttgart Foto: DVAG

Bei Reisen ins Ausland rät die Zeitschrift „Finanztest“ vor allem Kassenpatienten, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Entsprechende Policen gibt es bereits für weniger als zehn Euro im Jahr. Die Versicherung erstattet Behandlungskosten komplett – ohne sie müssen Urlauber je nach Ferienort zumindest die Mehrkosten zahlen, die in der Regel im Vergleich zu einer Behandlung in Deutschland anfallen. Außerdem zahlt die Versicherung auch medizinisch notwendige Rücktransporte in die Heimat. „Bei vielen privaten Zusatzversicherungen ist der Rücktransport bereits mit eingeschlossen“, erklärt der Vermögensberater Weiss.

Bei teuren Reisen empfiehlt er, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Sie ersetzt die Kosten, wenn man eine Reise nicht antreten kann, sei es wegen Krankheit, der Unverträglichkeit einer Impfung oder weil eine Prüfung wiederholt werden muss. Weiss erklärt: „Hier lohnt sich ein Blick auf die Versicherungsbedingungen, weil insbesondere die billigsten Anbieter meist nicht alles abdecken“. Azubis, die mit dem eigenen Wagen verreisen, rät er, zu prüfen, ob ein Autoschutzbrief oder eine Kaskoversicherung benötigt wird. Ersterer ersetzt mögliche Kosten für Pannenhilfe und Abschleppen, letztere greift im Falle eines Diebstahls.

Wem das Fahrrad im Ausland geklaut wird, bekommt den Neuwert meist von der Hausratversicherung der Eltern wieder – zumindest wenn die abgeschlossene Versicherungspolice dies vorsieht. Achtung: Bei den meisten Policen sind Fahrräder nur mit einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme versichert, bei guten Policen unbegrenzt! Wer bereits über eine eigene Wohnung verfügt, benötigt aber nicht unbedingt eine solche Versicherung. Laut Finanztest rechnet sie sich erst, wenn sich wertvoller Hausrat angesammelt hat. Die Hausratsversicherung zahlt zum Teil auch bei Einbruch und Beraubung innerhalb Europas oder sogar weltweit. Auch aus diesem Grund spricht aus Sicht des Bundes der Versicherten vieles gegen eine eigene Reisegepäckversicherung. Diese solle den Verlust oder die Beschädigung des Reisegepäcks ersetzen, zahle jedoch oft nicht oder nur einen gewissen Anteil, weil das Versicherungsunternehmen den Versicherten in vielen Fällen grobe Fahrlässigkeit unterstelle. Ob sich diese und andere Versicherungen lohnen, muss jeder Azubi für sich persönlich entscheiden. Denn ob eine Police empfehlenswert ist, hängt stark vom Risiko und den eigenen Sicherheitsbedürfnissen ab.

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