Etikette gilt auch im Netz

von JobFit-Projektredaktion | 31. Okt. 2014 | Kommentare deaktiviert für Etikette gilt auch im Netz

Für die berufliche Internetnutzung gibt es Regeln, die Auszubildende beherrschen sollten

Oft zu unbekümmert: Im Umgang mit Internetforen machen Auszubildende die meisten Fehler.  Foto: lightpoet - Fotolia

Oft zu unbekümmert: Im Umgang mit Internetforen machen Auszubildende die meisten Fehler. Foto: lightpoet – Fotolia

Viele Auszubildende fühlen sich in puncto elektronische Medien topfit. Schließlich sind sie doch täglich im Netz unterwegs und mit SMS-Nachrichten aufgewachsen. Für den beruflichen Umgang mit E-Mails, Netzwerken oder SMS gelten aber ganz andere Regeln als im Privatleben.

Nicht nur nervige Handy- und SMS-Töne, die am Arbeitsplatz erklingen, sind Ausbildern oftmals ein Dorn im Auge. „Die Grundregeln des guten Benehmens werden heute im Elternhaus und in der Schule nicht mehr ausreichend vermittelt“, sagt Karriereberater Thomas Rübel aus Berlin. Das gelte auch für die Nutzung der digitalen Medien. Dabei muss kein Knigge gewälzt werden, um sich die grundlegenden Umgangsformen für den Mailverkehr anzueignen. Es hilft schon ein Blick darauf, wie es die anderen machen. Trifft die E-Mail eines Geschäftspartners ein, ist es ein Leichtes, die Anrede und Grußformel bei der Antwort zu übernehmen. So geht man auf Nummer sicher.

Bei den ersten Mailkontakten sollte übrigens immer eine korrekte Anrede und Grußformel verwendet werden. Erst wenn der Schriftverkehr zur Routine geworden ist und die Mitteilungen im Tonfall vertrauter werden, kann eventuell ein „Hallo“ anstelle des „Sehr geehrte“ treten. Ein digitales Lächeln in Form eines Smileys bleibt bei beruflichen Mails jedoch immer tabu. Es wirkt ebenso unprofessionell wie ein Schreibfehler.

Auch für die Betreffzeile gibt es Vorgaben, die zum guten Ton gehören. Sie sollte ebenso knapp und präzise formuliert sein wie die Beschriftung eines Umzugkartons: Was drin ist, muss draufstehen. Zur gebotenen Höflichkeit im Mailverkehr gehört zudem, dass die Anhänge, die versendet werden, nicht zu groß für den Server des Adressaten sind.

„Im Umgang mit Internetforen machen Auszubildende die meisten Fehler“, warnt Thomas Rübel. Freizügige Selbstdarstellungen wirken unseriös. Und sich mit der Chefin oder dem Meister im sozialen Netzwerk anzufreunden, sei keine gute Idee. „Das widerspricht der beruflichen Etikette.“

Die konsequente Trennung von Berufs- und Privatleben ist für Schulabgänger neu, aber sie hat gute Gründe. Nur so sei professionelles Arbeiten gewährleistet. Neben Unachtsamkeit kann aber auch die Angst vor unprofessionellem Handeln zu Fehlern führen. Die Mail darf beispielsweise nicht zum Zwang werden. Im Geschäftsleben vermeidet der Griff zum Telefon oftmals Missverständnisse und führt schneller zum Ziel als ein langwieriger Mailaustausch.

Buchtipp: eEtiquette, 101 Leitlinien für die digitale Welt. Creation Center Telekom Laboratories (Hrsg.), Nicolaische Verlagsbuchhandlung GmbH Berlin, 2011, 7,95 Euro.

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