Fahren ohne Risiko

von Projektredaktion | 4. Okt. 2014 | Kommentare deaktiviert für Fahren ohne Risiko

Ein eigenes Auto bedeutet Unabhängigkeit, aber auch Verantwortung – Welche Versicherung jetzt die richtige ist

Ein eigenes Auto hat viele Vorteile. Vor dem Kauf sollte man sich aber klar darüber sein, welche Kosten damit verbunden sind. Foto: JÜRGEN FÄLCHLE/FOTOLIA

Ein eigenes Auto hat viele Vorteile. Vor dem Kauf sollte man sich aber klar darüber sein, welche Kosten damit verbunden sind. Foto: JÜRGEN FÄLCHLE/FOTOLIA

Ein eigenes Auto bedeutet ein Stück Unabhängigkeit: nicht mehr die Eltern fragen, ob man den Wagen leihen darf, nicht mehr angewiesen sein auf Bus und Bahn. Kein Wunder, dass bei volljährigen Auszubildenden der Wunsch nach einem eigenen Auto weit oben auf der Liste steht. Doch kostet ein Pkw nicht nur in der Anschaffung viel, sondern ist auch teuer im Unterhalt. Neben dem Benzin sind es vor allem die Versicherungsbeiträge, die ins Geld gehen. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten, die Kosten zu begrenzen.

Bei der ersten kommen die Eltern ins Spiel. Denn wenn sie das Auto als Zweitwagen versichern, stuft die Versicherung das Fahrzeug in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse ein. „Das bringt die größte Ersparnis“, sagt Torsten Ewert, Direktionsleiter für Deutsche Vermögensberatung (DVAG) aus Pfullingen. Einige Anbieter gewähren diese Konditionen auch, wenn das Auto auf den Auszubildenden angemeldet wird, etwa weil die Eltern bei derselben Versicherung Kunde sind. Weitere Nachlässe sind möglich, wenn der Fahranfänger sich im Rahmen des begleiteten Fahrens schon als verantwortungsbewusster Fahrer erwiesen oder bereits ein Moped oder Mofa versichert hatte. In jedem Fall ist es wichtig, dem Versicherer anzugeben, dass eine Person unter 23 Jahren das Auto fährt. „Diese Altersgruppe gilt als Risikogruppe, weil sie statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt ist“, erklärt Thorsten Ewert.

Torsten Ewert, Direktionsleiter für Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Pfullingen Foto: DVAG

Torsten Ewert, Direktionsleiter für Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Pfullingen Foto: DVAG

Zusätzlich zur Pflichtversicherung Kfz-Haftpflicht ist es sinnvoll, eine Kaskoversicherung einzugehen. Hier wird zwischen Teil- und Vollkasko unterschieden. Wie umfangreich der Schutz sein sollte, richtet sich nach dem Wert des Fahrzeugs. Der Bund der Versicherten empfiehlt, eine Vollkaskoversicherung für Neuwagen, teure Fahrzeuge sowie für kreditfinanzierte Wagen abzuschließen. Bei Gebrauchtwagen reicht in der Regel eine Teilkasko aus, doch hängt es hier auch davon ab, wie gut man im Schadensfall einen Verlust verschmerzen kann. Bei beiden Varianten ist es sinnvoll, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. „Die Selbstbeteiligung sollte aber so gering wie möglich gehalten werden“, meint Ewert. Bei einer Teilkasko reichten 150 Euro und bei der Vollkasko 300 Euro aus.

Der Finanzexperte Ewert empfiehlt, mit der Kfz-Versicherung auch einen Schutzbrief abzuschließen. Dieser deckt die Kosten des Abschleppens nach einem Unfall oder einer Panne und dies in der Regel auch bei Auslandsreisen. „Gerade bei Fahranfängern, die noch nicht Mitglied in einem Automobilklub sind, ist der Abschluss beim Versicherer günstiger“, erklärt Ewert.

Er rät dazu, auch eine Insassen- Unfallversicherung zu wählen. Diese greift, wenn bei einem Unfall die Wageninsassen verletzt oder getötet werden und deckt auch die Kosten für einen Verdienstausfall – auch bei einem selbst verschuldeten Unglück. Der Bund der Versicherten und die Zeitschrift „Finanztest“ raten dennoch davon ab, weil die Mehrzahl der Ansprüche bereits die Kfz-Haftpflicht übernimmt. Hier ist entscheidend, welche Risiken die Azubis einzugehen bereit sind.

Vor dem Abschluss einer Kfz-Versicherung lohnt ein gründlicher Vergleich verschiedener Angebote. Die Preisunterschiede zwischen den Tarifen sind enorm. Faktoren wie der Fahrzeugtyp, die jährliche Fahrleistung und der nächtliche Abstellort beeinflussen die Kosten. Mindestens ebenso groß sind die Differenzen im Leistungsumfang. So decken nicht alle Kaskoversicherungen auch alle Wildschäden, die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung ist nicht immer hoch genug und einige Versicherer schreiben eine Werkstattbindung vor. „Gerade Anfängern empfehle ich daher eine persönliche Beratung“, rät Ewert.

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