Konflikte gemeinsam lösen lernen

von JobFit-Projektredaktion | 15. Nov. 2014 | Kommentare deaktiviert für Konflikte gemeinsam lösen lernen

Verbissener Streit am Arbeitsplatz führt nicht selten zum Abbruch der Ausbildung

In der Berufsausbildung treffen ganz unterschiedliche Interessen aufeinander. Werden die Erwartungen von Arbeitgeber und Auszubildenden nicht gleich zu Beginn ausgesprochen, können Unstimmigkeiten und Missverständnisse zu Konflikten führen, die das Betriebsklima nachhaltig stören. Konflikte mit Vorgesetzten gehören neben einem fehlenden Ausbildungsplan und beruflicher Überforderung zu den häufigsten Gründen für einen vorzeitigen Ausbildungsabbruch. Dabei sind die Probleme oftmals leicht zu beheben.

Nach einem Streit ist Schmollen die schlechteste Reaktion.  Foto: shutterstock

Nach einem Streit ist Schmollen die schlechteste Reaktion. Foto: shutterstock

Den richtigen Ton finden

In vielen Fällen eskalieren Konflikte, weil die betroffenen Parteien nicht genug miteinander reden. Anstatt der Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen, wird der Ärger runtergeschluckt. Andersherum treffen viele Ausbilder im Umgang mit Jugendlichen nicht immer den richtigen Ton. Sie setzen zu viele Kenntnisse voraus und nehmen sich für ihre Schützlinge nicht genug Zeit. Viele Auszubildende fühlen sich, gerade wenn sie sich noch im ersten Lehrjahr befinden, unwohl dabei, ihre persönliche Meinung zu sagen. Diese Hemmungen gilt es zu überwinden.

Konfliktlösungen gehören zur Persönlichkeitsentwicklung. Im späteren Berufsleben wird man noch häufiger mit Situationen konfrontiert, die eine offene Aussprache erfordern. Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen sind ein Bestandteil des Arbeitslebens. Auch deswegen kann es hilfreich sein, sich ihnen frühzeitig zu stellen. Wichtig ist, die Probleme konstruktiv zu besprechen und sein Gegenüber nicht mit Vorwürfen zu überhäufen. Eine Kritik wird umso ernster genommen, wenn sie von einem Lösungsvorschlag begleitet wird.

Im fortgeschrittenen Stadium eines Konflikts kann es vorkommen, dass sich die Streithähne gegenseitig die Schuld zuschieben. In einem solchen Fall kann es ratsam sein, eine dritte Partei hinzuzuziehen. In größeren Unternehmen ist das Verfahren der Mediation eine weit verbreitete Praxis zur Konfliktlösung. Als Azubi braucht man keine Scheu zu haben, diese Möglichkeit gegenüber dem Chef anzusprechen.

Den ersten Schritt machen

Damit es aber gar nicht erst zur Eskalation kommt, gilt es im Streitfall den ersten Schritt zu machen. Das Zugehen auf einen Kollegen zeugt von Respekt und Reife und zeigt den Willen, seinen Teil zu einem guten Arbeitsverhältnis beizutragen. Oft stellt sich heraus, dass die Ursachen für die Reibereien nichtig sind. So kann es passieren, dass der Vorgesetzte auf die Kritik mit den überraschten Worten „Das hätten Sie mir doch früher sagen können“ reagiert. Hier gilt ausnahmsweise: Schweigen ist Silber, Reden ist Gold.

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