Was sich zum Jahreswechsel ändert

von JobFit-Projektredaktion | 29. Nov. 2014 | Kommentare deaktiviert für Was sich zum Jahreswechsel ändert

2015 treten einige Regelungen in Kraft, die auch Azubis bei ihrer Finanzplanung beachten sollten

Im neuen Jahr treten zahlreiche Änderungen und Neuregelungen in Kraft, die auch beeinflussen, wie viel Netto bei Auszubildenden vom Brutto übrig bleibt. Um darauf vorbereitet zu sein, ist es ratsam, noch im alten Jahr rechtzeitig die eigenen Finanzen zu checken.

Bei der sogenannten Riester-Rente erhalten alle Förderberechtigten unter 25 Jahren einen einmaligen Einsteigerbonus.  Foto: jackfrog/Fotolia

Bei der sogenannten Riester-Rente erhalten alle Förderberechtigten unter 25 Jahren einen einmaligen Einsteigerbonus. Foto: jackfrog/Fotolia

„Sich Ende des Jahres mit den eigenen Finanzen zu befassen, ist ein guter Zeitpunkt, weil mit dem Jahreswechsel etwa Fristen für Förderungsmöglichkeiten enden“, sagt Dr. Ralf-Joachim Götz, Chefvolkswirt der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). Ein Beispiel sei die private Altersvorsorge. „Ob die staatlichen Zulagen beantragt sind, ist ein wichtiger Punkt“, sagt Götz.

Bei der sogenannten Riester-Rente betrage die Grundzulage – je nach gewähltem Vorsorgebeitrag – bis zu 154 Euro im Jahr. Alle Förderberechtigten, die unter 25 Jahren sind, bekommen zudem einen einmaligen Einsteigerbonus von 200 Euro vom Staat. Jene, die bereits Eltern sind, erhielten außerdem eine jährliche Kinderzulage von 300 Euro, wenn sie riestern. Durch die hohe staatliche Förderung biete die Riester-Rente einen attraktiven Einstieg in die private Altersvorsorge.

Wer bislang nicht privat vorsorgt, kann sich überlegen, noch im alten Jahr einen Lebensversicherungsvertrag abzuschließen. Denn 2015 sinke der Garantiezins für Lebens- und Rentenversicherungen von 1,75 auf 1,25 Prozent. „Allerdings stellt der Garantiezins nur die Mindestverzinsung dar. Entscheidend ist, wie viele Überschüsse ein Versicherer heute und in Zukunft erwirtschaftet und ausschüttet“, erläutert Götz.

Finanzielle Situation analysieren

Wer sich noch den höheren Garantiezins in 2014 sichern will, sollte rechtzeitig handeln: „Wichtig ist daher, nicht bis zum letzten Tag zu warten, sondern bis spätestens Mitte Dezember aktiv zu werden“, so Götz. Hilfreich sei eine Beratung durch einen Experten, mit dessen Hilfe man die eigene finanzielle Situation analysieren könne. Mit ihm können Azubis auch klären, ob sie bereits vermögenswirksame Leistungen nutzen, die ihnen ihr Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn zahlt, weil es tariflich so geregelt ist. Das können laut Götz zwischen sechs und 40 Euro sein, die Azubis in einen Sparplan, Aktienfonds, Bausparvertrag oder in eine Lebensversicherung stecken können. Weil jede Anlageform ihre Vor- und Nachteile hat, sei es ratsam, sich persönlich beraten zu lassen und alle Varianten durchzurechnen.

Doch nicht bei allen anstehenden Änderungen zum Jahreswechsel besteht Handlungsbedarf. So steht bereits fest, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen, weil die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ausgeweitet werden sollen. Das kommt Pflegebedürftigen und deren pflegenden Angehörigen ab Januar 2015 zugute. Für Arbeitnehmer heißt es jedoch, dass der Pflegebeitrag um 0,3 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent für Kinderlose steigen wird. Eltern kommen mit 2,35 Prozent etwas besser weg. Außerdem ändert sich der gesetzlich vorgeschriebene Beitragssatz für die Krankenversicherung: Ab dem 1. Januar 2015 sinkt er von 15,5 auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich dann den Beitragssatz und zahlen jeweils 7,3 Prozent. Ob dies allerdings eine Entlastung bringt, hängt von der Krankenversicherung ab. Denn die Kassen dürfen künftig einen einkommensabhängigen prozentualen Zusatzbeitrag verlangen, der allein von den Versicherten zu zahlen ist. Der Zusatzbeitrag kann unterschiedlich hoch ausfallen, die Kassen müssen die Einführung den Versicherten aber zuvor ankündigen.

Wie hoch die finanzielle Entlastung für Auszubildende wird, lässt sich daher nicht sagen. Umso wichtiger sei es für sie, betonen die Experten, dort Einfluss zu nehmen, wo sie welchen haben.

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