Un­ter­wegs mit Elek­tro­hub­wa­gen und Lap­top

von JobFit-Projektredaktion | 20. Dez. 2014 | Kommentare deaktiviert für Un­ter­wegs mit Elek­tro­hub­wa­gen und Lap­top

Fachkräfte für Lagerlogistik haben ein verantwortungsvolles und abwechslungsreiches Aufgabenfeld

Ich finde, es sind nicht nur die einzelnen Tätigkeiten, sondern das Gesamtpaket, das diesen Beruf so interessant macht.“ Die 23-jährige Carina Frey absolviert derzeit ihr drittes Lehrjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik bei Aesculap in Tuttlingen. Wie vielfältig dieses Berufsfeld ist, wissen die wenigsten Schulabgänger: Fachkräfte für Lagerlogistik sind nicht einfach Palettenschieber, sondern mit vielfältigen gewerblichen und kaufmännischen Aufgaben betraut. In der Ausbildungsordnung sind sie den kaufmännischen Berufen zugeordnet.

Lagerlogistiker sind nicht nur mit der Lagerverwaltung betraut, sondern auch mit kaufmännischen Aufgaben.  Foto: industrieblick/Fotolia

Lagerlogistiker sind nicht nur mit der Lagerverwaltung betraut, sondern auch mit kaufmännischen Aufgaben. Foto: industrieblick/Fotolia

In der Praxis umfasst das Tätigkeitsfeld den Einsatz in der Lagerhalle ebenso wie die Arbeit am PC. Carina lagert und kommissioniert Produkte, verpackt und kontrolliert sie. Die junge Frau beherrscht den Umgang mit dem Elektrohubwagen, mit dem sie schwere Lasten bewegen kann, ebenso gut wie das Computerprogramm, mit dem sie Warenflüsse überwacht. Sie packt gern mit an und hat keine Schwierigkeiten mit Zahlen. „Natürlich kommuniziere ich auch regelmäßig mit allen Abteilungen im Haus, denn wir arbeiten ja Hand in Hand“, ergänzt Carina ihr Aufgabenprofil.

Ein Job für echte Allrounder also? Ja, das sei so, bestätigt der Ausbildungsbeauftragte Logistik der Firma Aesculap, Jens Boehne. „Eine Fachkraft für Lagerlogistik ist in allen Branchen und allen logistischen Abteilungen wie beispielsweise dem Wareneingang, dem Lager, dem Versand oder auch in deren administrativen Bereichen einsetzbar.“ Das sind Kompetenzen, die in der Wirtschaft immer stärker gefragt sind. Denn die Optimierung der logistischen Prozesse, die entsprechend ausgebildete Fachkräfte vorantreiben, bringt handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile mit sich. Kein Wunder, dass Logistikfachleute nicht nur in Konzernen, sondern auch in mittelständischen und kleinen Unternehmen begehrt sind.

„Wir konnten seit dem Start des Ausbildungsganges vor neun Jahren alle unsere Absolventen weiter beschäftigen“, bestätigt Jens Boehne die guten Jobaussichten. Auch wer den Stellenmarkt in Baden-Württemberg beobachtet, bemerkt die Nachfrage nach Fachkräften, die Abläufe und Prozesse im Warenverkehr schneller und effizienter gestalten können. Nur noch in seltenen Fällen werden Hilfskräfte für Lagerarbeiten gesucht, gefragt sind stattdessen gut ausgebildete Experten. Durch eine spätere Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt sowie das Erlernen von Fremdsprachen können Fachkräfte für Lagerlogistik die Karriereleiter ein weiteres Stück hinaufklettern.

Dass Fachkraft für Lagerlogistik dennoch selten auf der Liste der Wunschberufe von Schulabgängern steht, ist vor allem dem mangelnden Wissen über das relativ neue Berufsbild geschuldet. „In meinem Bekanntenkreis konnte sich niemand wirklich etwas darunter vorstellen, als ich ihnen von dem Berufswunsch erzählt habe“, erinnert sich Carina Frey. Die damals 20-Jährige hatte bereits eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten absolviert, als sie durch ein Praktikum und eine Aushilfsstelle mit der Logistik in Berührung kam. „Carina bringt das mit, was wir von unseren Lehrlingen erwarten“, erklärt Jens Boehne. „Sie hat Bock aufs Schaffe.“ Engagement und Fleiß sind mindestens ebenso wichtig wie die Mittlere Reife oder ein exzellenter Hauptschulabschluss, um eine Lehrstelle zu finden. Mit der Mathematik sollten Bewerber natürlich nicht auf Kriegsfuß stehen.

Attraktive Arbeitsfelder auch für Mädchen

Mädchen haben übrigens ebenso große Chancen auf einen Ausbildungsplatz wie Jungen. Bei diffizilen Kommissionierungen erwiesen sich weibliche Fachkräfte im Berufsalltag sogar häufig als effizienter und schneller, berichtet Jens Boehne. Physisch bedingte Hindernisse konnten in den vergangenen Jahren durch Hebehilfen und andere technische Neuerungen überwunden werden, sodass körperliche Kraft für den Beruf nicht mehr so wichtig sei. Nicht zuletzt hat die Veränderung und Erweiterung der Aufgabenfelder den Beruf für Mädchen attraktiv gemacht. „Ich möchte jedenfalls keinen anderen Beruf ergreifen, für mich ist das perfekt“, sagt Carina Frey.

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