Weit­blick zahlt sich aus

von JobFit-Projektredaktion | 14. Feb. 2015 | Kommentare deaktiviert für Weit­blick zahlt sich aus

Bereits in der Lehre lohnt es sich, für die Rente vorzusorgen – Viele Azubis fühlen sich zu wenig informiert

Wer früh vorsorgt, darf sich auf eine hohe Lebensqualität auch im Alter freuen.  Foto: Fotolia

Wer früh vorsorgt, darf sich auf eine hohe Lebensqualität auch im Alter freuen. Foto: Fotolia

In der Ausbildung scheint die Rente noch weit weg zu sein. Warum sollte man sich zu Beginn des Berufslebens auch bereits gedanklich mit dessen Ende auseinandersetzen? „Es ist einfacher, für das Alter vorzusorgen, wenn man früh anfängt“, erklärt dazu Ralf Kugler von der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). Der Vermögensberater verweist darauf, dass jeder statistisch gesehen für rund 20 Jahre nach Beginn des Renteneintritts vorsorgen müsse. Und weil die gesetzliche Rentenversicherung die benötigten Kosten zum Leben häufig nicht vollständig abdecken könne, drohe Altersarmut – wenn man nicht zusätzlich privat vorsorge.

Den Rat zur Vorsorge beherzigen allerdings längst nicht alle Azubis und Berufseinsteiger. Nur 38 Prozent der 17- bis 27-Jährigen kümmern sich um das Rentensparen jenseits der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Das ergab eine Studie des Versorgungswerks MetallRente bereits 2013. „Die jungen Leute fühlen sich bei dieser elementaren Frage der Zukunftssicherung überfordert, schlecht informiert und von Staat und Politik im Stich gelassen“, fasst Jugendforscher Klaus Hurrelmann von der Berliner Hertie School of Governance ein Ergebnis zusammen. Der wissenschaftliche Leiter der Studie sieht vor allem bei jungen Frauen die Gefahr der Altersarmut, zum einen weil Frauen im Durchschnitt weniger verdienen und damit auch weniger in die Rentenkasse einzahlen, und weil sie sich zum anderen weniger mit der Thematik auseinandersetzten.

Thema von der Lebenswirklichkeit junger Erwachsener weit entfernt

Doch auch wenn nur etwas mehr als ein Drittel der 2500 befragten jungen Erwachsenen vorsorgt, ist sich doch die große Mehrheit der Bedeutung des Themas bewusst. 89 Prozent aller Befragten halten die zusätzliche Vorsorge zwar für wichtig. Doch wegen fehlender Kompetenz und weil das Thema zu weit von ihrer Lebenswirklichkeit sei, schöben sie das Sparen für die Rente auf. Mit fatalen Folgen: „Später ist die Vorsorge nur mit riesigem Aufwand möglich, deshalb sollten sich junge Menschen besser schon früh kümmern“, sagt Vermögensberater Ralf Kugler. Positiv sei dabei vor allem auch der Zinseszinseffekt. Er sorge dafür, dass eine Geldanlage über die Jahre immer größere Erträge abwirft – selbst in Zeiten niedriger Zinsen.

Doch welche Anlage die beste Wahl ist, eine betriebliche Altersvorsorge, eine Form der Riesterrente oder Rüruprente, lässt sich nicht allgemein sagen. Der Finanzprofi aus Bad Waldsee rät: „Es ist sinnvoll, sich beraten zu lassen, damit die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Denn Pauschallösungen gibt es nicht.“ Für die meisten Azubis böte sich eine Riester-rente an, da sie staatlich gefördert werde. Sparer, die vier Prozent der rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkünfte in den Vertrag einzahlen, bekommen die volle Grundförderung von 154 Euro im Jahr. Für unter 25-Jährige gibt es 200 Euro Einsteigerbonus im ersten Sparjahr obendrauf. Gründen Sparer später eine Familie, kommen sogar noch bis zu 300 Euro Zulage pro Kind hinzu. Diese staatliche Förderung mache diese Form der Vorsorge auch in Zeiten eines niedrigen Garantiezinses interessant, erklärt Ralf Kugler.

Sparform hängt auch von der eigenen Risikobereitschaft ab

Welche Form des Riestersparens am besten geeignet sei, Wohnriester, Riesterfonds oder Rentenversicherung, hänge von den eigenen Plänen und der Risikobereitschaft ab. Wer etwa den Wunsch habe, später einmal eine eigene Immobilie zu besitzen, für den sei Wohnriestern die beste Wahl. „Mit dem bezahlten Eigenheim brauche ich mir im Alter keine Gedanken um die Miete mehr zu machen“, so Ralf Kugler. Die Nebenkosten blieben zwar, doch mit der Miete falle ein wichtiger Kostenfaktor weg. Für welche Lösung sich Azubis und Berufseinsteiger auch entscheiden – wichtig ist, frühzeitig anzufangen. Und so das Risiko der Altersarmut zu senken.

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