Unabhängigkeit hat ihren Preis

von JobFit-Projektredaktion | 11. Apr. 2015 | Kommentare deaktiviert für Unabhängigkeit hat ihren Preis

Die erste eigene Wohnung ist für Azubis ein wichtiger Schritt – Die Kosten sollten wohlkalkuliert sein

Der Beginn des Studiums oder der Ausbildung bietet die Gelegenheit: endlich zu Hause ausziehen und in einer eigenen Wohnung leben. Doch so verlockend die Vorstellung ist, sollte man doch zuvor die zu erwartenden Kosten berechnen, sonst ist die Enttäuschung groß, wenn das Geld nur für ein Zimmer reicht, das kleiner als das Zimmer im Elternhaus ist.

Die erste eigene Wohnung zu beziehen, macht Spaß, freilich ist dieser Schritt auch mit Verpflichtungen verbunden.  Foto: Bartussek/Fotolia

Die erste eigene Wohnung zu beziehen, macht Spaß, freilich ist dieser Schritt auch mit Verpflichtungen verbunden. Foto: Bartussek/Fotolia

Am besten macht man eine Liste, auf der die Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale im Ratgeber „Endlich erwachsen!“ Wenn alle Ausgaben, wie die für Lebensmittel, Smartphone und Ausgehen vermerkt sind, zieht man sie von den Einnahmen ab und weiß, wie viel für die Wohnung übrig ist. Der dickste Batzen geht für die Miete drauf. Wie hoch der Mietzins pro Quadratmeter ist, hängt von der Lage der Immobilie, ihrem Zustand und den ortsüblichen Mietpreisen ab. Ein Blick in den Mietspiegel und ein Vergleich verschiedener Angebote helfen zu bestimmen, was üblich und was überteuert ist.

Private Haftpflichtversicherung

Ein fast ebenso teurer Posten wie die Miete sind die Nebenkosten. Die meisten Vermieter geben die Ausgaben zum Beispiel für Müll oder Wasser anteilig an die Mieter weiter. Und da kommt schnell etwas zusammen, zumal dann noch die Kosten für die Heizung dazugerechnet werden müssen. Um Strom und Telefon beziehungsweise Internet müssen sich Mieter auch selbst kümmern. Wer alleine wohnt und sich die Auslagen nicht teilen kann, merkt rasch, wie hoch die Preise sind. Aber immerhin sind sie kalkulierbar. Es kommen aber noch unkalkulierbare hinzu. Denn wenn Mieter etwa Teile der Wohnung versehentlich beschädigen, zieht sie der Vermieter zur Begleichung der Kosten heran. Davor schützt eine Privathaftpflichtversicherung. „Sie springt in solch einem Fall ein, und ich muss nicht selbst für die Schäden zahlen“, erklärt Ronny Richter, Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung AG. Wenn junge Erwachsene ihre erste eigene Wohnung beziehen, benötigen sie eine eigene Privathaftpflichtversicherung. Die Familienhaftpflichtversicherung der Eltern greift nur so lange, wie die Kinder ihren Erstwohnsitz im Elternhaus haben. Weil die private Haftpflichtversicherung auch für Schäden aufkommt, die der Versicherte anderen zufügt, reicht sie auch weit über die Mietwohnung hinaus.

Sie deckt jedoch nicht die Schäden an den eigenen Sachen. Hierfür gibt es die Hausratsversicherung. Ronny Richter erläutert: „Sie ersetzt den Neuwert meiner Sachen nach einem Brand, Unfall oder nach einer Beschädigung durch Vandalismus. Die Versicherung zahle außerdem, wenn Gegenstände bei einem Einbruch gestohlen werden. Manche Policen decken selbst grobe Fahrlässigkeit ab. „Sie zahlen also auch, wenn ich das Fenster auf Kipp gelassen habe und dann eingebrochen wird, oder wenn ich eine Kerze brennen lasse, aus dem Raum gehe und es zu einem Brand kommt“, so der Finanzexperte. Andere wichtige Klauseln betreffen Fahrräder, denn nicht jeder Tarif schließt diese automatisch mit ein. Die Kosten der Versicherung richten sich nach dem Wert der Einrichtung, der Lage der Wohnung und ihrer Größe. „Um hier den richtigen Tarif zu finden, aber auch herauszufinden, welche Deckungssumme angemessen ist, sollte man sich von einem Experten beraten lassen“, so der Vermögensberater aus Neuffen. In der Beratung lässt sich auch klären, ob zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist – und ob man sie sich leisten kann. Die Versicherung kommt bei Rechtsstreitigkeiten für die Anwaltskosten auf – zum Beispiel wenn es mit dem Vermieter zum Streit kommt. Denn manchmal entpuppt sich der Zustand der ersten eigenen Wohnung als schlechter, als man bei der Besichtigung den Eindruck hatte.

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