Vol­les Ri­si­ko ist kei­ne Op­ti­on

von Projektredaktion | 6. Jun. 2015 | Kommentare deaktiviert für Vol­les Ri­si­ko ist kei­ne Op­ti­on

Bei der Lebensplanung geht es auch um Finanz- und Versicherungsfragen – Auszubildende sollten sie zeitig angehen

Es ist schon verlockend, unangenehme Dinge einfach aufzuschieben: Warum sich heute schon mit komplizierten Themen auseinandersetzen, wenn sie erst in vielen Jahren wichtig werden? Doch im Falle von Finanz- und Versicherungsfragen kann das böse Folgen haben, etwa dass man später mehr zahlt. Daher lohnt es sich, frühzeitig an die eigene Absicherung zu denken und mögliche Berührungsängste zu überwinden. Mit dem Einstieg in die Arbeitswelt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.

Spaß am Leben - aber sicher: Auch wer sportlich nicht volles Risiko geht, sollte sich frühzeitig erkundigen, was an Versicherungen ratsam ist.  Foto: Shutterstock

Spaß am Leben – aber sicher: Auch wer sportlich nicht volles Risiko geht, sollte sich frühzeitig erkundigen, was an Versicherungen ratsam ist. Foto: Shutterstock

Der erste Blick gilt den Versicherungen. Hier ist es sinnvoll, zu schauen, welche Verträge die Eltern bereits abgeschlossen haben. In der Regel haben sie einen Familientarif bei der Privathaftpflicht gewählt. Diese zahlt für Schäden, die der Versicherte anderen zufügt. Wer erstmalig eine Ausbildung oder ein Studium beginnt und seinen Hauptwohnsitz bei den Eltern behält, ist weiterhin über den Familientarif versichert. Das ändert sich, wenn Azubis oder Studenten eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer beziehen – oder wenn sie heiraten. „Passende Tarife gibt es bereits für gut 50 Euro im Jahr“, sagt Claude Rudy, Direktionsleiter für Deutsche Vermögensberatung (DVAG) in Dietingen.

Er empfiehlt außerdem, frühzeitig eine Unfallversicherung abzuschließen. „Ich habe es für meine Kinder bereits selbst gemacht und Verträge gewählt, die diese später übernehmen können“, so der Vermögensberater und Vater von fünf Kindern im Alter zwischen acht und 26 Jahren. Die Unfallversicherung zahlt bei schweren Verletzungen, die zu einer Teil- oder Vollinvalidität führen. Noch weiter geht die Berufsunfähigkeitsversicherung, die zahlt, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Während es private Unfallversicherungen gibt, für die keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist, lässt sich diese bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht umgehen. „Deswegen ist es wichtig, bereits in jungen Jahren, wenn man gesund ist, die Versicherung abzuschließen“, erläutert DVAG-Vermögensberater Claude Rudy.

Tarife den jeweiligen Lebenssituationen anpassen

Er rät dazu, die Absicherung mit einer Rentenversicherung zu kombinieren, um so gleichzeitig in die private Altersvorsorge einzusteigen. „Da kann man auch mit 50 bis 100 Euro im Monat starten. Wichtig ist, einen Tarif zu wählen, den man später der Lebenssituation anpassen kann“, so Claude Rudy, „also die Zahlungen erhöhen, wenn man mehr verdient, aber auch verringern, wenn es beruflich nicht so gut läuft.“

Mit welcher Summe man auch beginne, wichtig sei der frühe Einstieg: „Ein um fünf Jahre späterer Ansparbeginn führt dazu, dass man deutlich mehr zahlen muss, um ein vergleichbares Leistungsniveau zu bekommen.“ Das hat mehrere Gründe: Zum einen gehen die Beiträge in den ersten Jahren vor allem für die Versicherungskosten drauf, zum anderen verhilft der frühe Einstieg dazu, dass man eher in den Genuss des Zins- und Zinseszinseffekts kommt.

Für größere Ziele früh zu sparen, lohnt sich immer noch

Die Zinseszinsen sind auch der Grund, warum man frühzeitig mit dem Sparen für größere Ziele beginnen sollte, sei es für den Kauf einer Immobilie oder auch nur die Anschaffung eines Autos. „Das gilt auch in Zeiten von niedrigen Zinsen“, meint der Finanzexperte. Wichtiger sei, zu entscheiden, ob das Sparziel kurz-, mittel- oder langfristig erreicht werden solle, um dann eine passende Anlagestrategie mit der richtigen Mischung aus Risiko und Absicherung auszuwählen.

Es lohnt sich also, die Beschäftigung mit Finanz- und Versicherungsthemen nicht aufzuschieben. Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Hat man sich erst einmal für eine Strategie entschieden, ist der Aufwand, diese später anzupassen, deutlich geringer.

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