Da­heim aus­zie­hen und durch­star­ten

von Projektredaktion | 18. Jul. 2015 | Kommentare deaktiviert für Da­heim aus­zie­hen und durch­star­ten

Wenn der Ausbildungsplatz nicht direkt am Heimatort liegt, ist ein Umzug auch eine Chance

Zwanzig Kilometer? Kein Problem. 50 Kilometer? Als täglicher Fahrweg anstrengend. Und bei 80 oder 100 Kilometern Entfernung zum Ausbildungsplatz bleibt Jugendlichen eigentlich keine andere Wahl, als von zu Hause auszuziehen. Für eine eigene Wohnung reicht die Ausbildungsvergütung in der Regel nicht. Und so gibt es drei Optionen: das Wohnen zur Untermiete, die WG oder der Wohnheimplatz. Aber selbst um ein sehr günstiges Zimmer zu finanzieren, ist neben der Ausbildungsvergütung meist eine weitere Finanzierungsquelle notwendig.

Jobfit WG fotolia Ingo Bartussek

Ein Zimmer in einer WG ist für viele Jugendliche die erste Wahl. Foto: fotolia/Ingo Bartussek

Das hat auch der Staat erkannt: Auszubildende, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, können Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Der Vordruck für den Antrag und ein elektronischer Rechner für die vermutliche Höhe der Beihilfe sind auf der Webseite der Agentur für Arbeit zu finden.

Sobald geklärt ist, wie viel Geld für die Miete zur Verfügung steht, kann die Zimmersuche losgehen. Dabei ist es wichtig, sich selbst gut einzuschätzen. Bietet eine vielköpfige WG zu viel Ablenkung? Wie steht es mit der eigenen Ordnungsliebe? Kommt man eher mit Gleichaltrigen oder Älteren zurecht? Ist alleine wohnen nicht zu einsam? All diese Fragen sollten sich Zimmer-suchende Azubis am Anfang stellen, um die richtigen Angebote herauszufiltern.

Bei der Kontaktaufnahme lautet die erste Herausforderung, einen netten, kurzen Text zu formulieren oder zum Telefonhörer zu greifen und sich dann persönlich vorzustellen. In vielen größeren Orten und vor allem in jenen mit Hochschulen ist der Markt für freie Zimmer beschränkt. Einige Absagen sind also durchaus einzuplanen.

Aber irgendwann ist es dann soweit: Das eigene Zimmer in der fremden Stadt sollte eine Woche oder zumindest einige Tage vor Ausbildungsbeginn bezogen werden. Neben Bett und Schrank sollte unbedingt ein Schreibtisch angeschafft werden für die Lernphasen während der Ausbildung. Secondhand-Läden und Geschäfte von Wohltätigkeitsorganisationen sind gute Adressen, um günstige Möbel zu erstehen, falls der Neukauf das Budget übersteigt. Persönliche Erinnerungsstücke erleichtern manchen Umzüglern die Eingewöhnung, andere starten die neue Lebensphase lieber mit einem neuen Einrichtungsstil.

Ist das neue Zuhause eingerichtet, fängt der Alltag an. Und der kann ganz schön belastend sein. Neben den Herausforderungen, die täglich am Ausbildungsplatz auftauchen, gilt es, mit der neuen Wohnsituation zurechtzukommen. Hier hilft nur gute Organisation. Früher war der Einkauf Elternsache, jetzt muss man alles selbst herausfinden: Wo gibt es einen günstigen Supermarkt, wo bekomme ich die passende Kleidung für den Betrieb? Und auch die Suche nach Freunden fordert Eigeninitiative. Gibt es im Betrieb nette Auszubildende oder junge Leute, die mir sympathisch sind? Kann ich in der neuen Stadt einem Sportverein beitreten? Entpuppen sich meine Mitbewohner als gute Kumpels? Alles ist möglich. Denn der erste Schritt in ein eigenständiges Leben ist getan.

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