Din­gen auf den Grund ge­hen

von JobFit-Projektredaktion | 15. Aug. 2015 | Kommentare deaktiviert für Din­gen auf den Grund ge­hen

Werkstoffprüfer untersuchen, was unsere Welt zusammenhält – Ihr Beruf ist spannend und verantwortungsvoll

Werkstoffprüfer untersuchen Metalle und Kunststoffe in verschiedenen Prüfverfahren auf ihre Eigenschaften und Schäden.  Foto: Fotolia

Werkstoffprüfer untersuchen Metalle und Kunststoffe in verschiedenen Prüfverfahren auf ihre Eigenschaften und Schäden. Foto: Fotolia

Es gibt Menschen, die nehmen es gerne genau. Sie mögen es, Dingen auf den Grund zu gehen. Tritt einmal ein Fehler auf, dann suchen sie so lange, bis sie die Schwachstelle gefunden haben. Wenn so ein Detektiv des Alltags auch noch über ein Interesse an Technik und Naturwissenschaften verfügt, dann sind er oder sie genau die Richtigen für den Beruf des Werkstoffprüfers.

Werkstoffprüfer und Werkstoffprüferinnen untersuchen Metalle und Kunststoffe in verschiedenen Prüfverfahren auf ihre Eigenschaften und Schäden. Dafür entnehmen sie Proben, führen Messungen durch und dokumentieren die Ergebnisse genau. Nur so können aus ihrer Arbeit Schlüsse gezogen werden – können Materialien verbessert und Produkte sicherer werden.

Verschiedene Fachrichtungen

Das Berufsbild unterteilt sich in verschiedene Fachrichtungen: Metalltechnik, Kunststofftechnik, Halbleitertechnik und Wärmebehandlungstechnik. Die Ausbildung ist zunächst für alle gleich. Erst ab dem dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung. Während man in der Metall- und Kunststofftechnik das Material auf seine Eigenschaften testet – wie hart ist es, wie formbar? – untersucht die Wärmebehandlungstechnik, wie sich die Materialeigenschaften bei unterschiedlichen Temperaturen verändern. Bei der Halbleitertechnik geht es unter anderem Mikrochips und Schaltkreisen an den Kragen.

Denn die Prüfverfahren, die zum Einsatz kommen, sind mitunter martialisch. Im Labor, dem natürlichen Lebensraum des Werkstoffprüfers, wird gebohrt, gesägt und geätzt. Es werden Gegenstände so lange auseinander gezogen, bis sie reißen. Doch es geht nicht immer nur grob zu. Mit Mikroskopen, Computertomographie- und Ultraschallgeräten macht der Werkstoffprüfer das Unsichtbare sichtbar – kleine Risse etwa, Einschlüsse oder andere Defekte.

Eine große Verantwortung ist damit verbunden. In der Luft- und Raumfahrttechnik garantieren Werkstoffprüfer etwa, dass Triebwerke sicher funktionieren oder die Außenhaut einer Rakete auch bei extremsten Bedingungen nicht reißt. Und wenn in der Auto- oder Elektroindustrie Materialschwächen auftauchen, dann stehen die Bänder so lange still, bis der Fehler gefunden ist.

Es zeigt sich, wie vielfältig die Einsatzgebiete sind. Denn neben der Industrie werden Werkstoffprüfer auch bei Versicherungen, in Materialprüfämtern oder aber Testinstituten wie der Stiftung Warentest gebraucht.

Um dahin zu kommen, gilt es eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zu absolvieren. Einen bestimmten Schulabschluss braucht es hierfür nicht, wohl aber Freude an Mathematik, Chemie und Physik, Präzision und technisches Verständnis. Eine gewisse Lärmunempfindlichkeit kann auch nicht schaden. Und obwohl im Testlabor stets Handschuhe und Schutzkleidung getragen werden, könnte die Arbeit mit ätzenden Säuren für ganz empfindliche Hauttypen zur Belastung werden.

Aufstieg ins Qualitätsmanagement

Nach der Ausbildung ist die Weiterbildung in der Regel noch nicht abgeschlossen. Es gibt, je nach Fachrichtung, unzählige Kurse oder Lehrgänge, um sich weiter zu spezialisieren. Das kann eine Fortbildung zum Techniker sein, der Aufstieg ins Qualitätsmanagement eines Unternehmens oder auch ein Fachhochschulstudium in Werkstofftechnik.

Arbeit in der Werkstatt, im Labor und im Büro, testen, analysieren und bewerten: Langeweile kommt bei diesem Job so schnell nicht auf. Und eines ist sicher: Solange unsere Welt auch aus Metall und Kunststoff besteht, braucht es diese Männer und Frauen, die es ganz genau nehmen.

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