Enga­ge­ment lohnt sich

von Projektredaktion | 12. Sep. 2015 | Kommentare deaktiviert für Enga­ge­ment lohnt sich

Auch Auszubildende können über ihre Vertretungen im Betrieb Einfluss nehmen

Wahl der Jugend- und Ausbildungsvertretung

In vielen Betrieben können sich Azubis gleich an zwei Wahlen beteiligen: der Betriebsratswahl und der Wahl der Jugend- und Ausbildungsvertretung. Foto: Eva Kahlmann/Fotolia

Der Herbst ist die Zeit der Vertreterwahlen. Auszubildende können sich in vielen Betrieben gleich an zwei Abstimmungen beteiligen: der Betriebsratswahl und der Wahl der Jugend- und Ausbildungsvertretung (JAV). Diese beiden Gremien treten laut Betriebsverfassungsgesetz für die Belange der Angestellten ein und bieten die Möglichkeit, als Azubi Einfluss zu nehmen. „Der Betriebsrat setzt sich etwa dafür ein, dass möglichst viele Azubis übernommen werden“, sagt Jan Duscheck, Bundesjugendsekretär bei der Gewerkschaft Verdi. So könne in einer Betriebsvereinbarung festgelegt werden, wie viele Auszubildende übernommen werden sollen, oder zum Beispiel, dass alle nach bestandener Prüfung zumindest ein Jahr in dem Unternehmen beschäftigt werden.

Ansprechpartner für Kollegen

Auch der Einfluss der Jugendvertretung ist nicht zu unterschätzen: „Die JAV hat deutlich mehr Durchsetzungsmöglichkeiten als Schülervertretungen“, meint Duscheck. Die Vertreter beraten Azubis in Arbeitsfragen und vermitteln in Konflikten mit Kollegen und Vorgesetzten. Sie sind aber auch Ansprechpartner, wenn es um die Ausbildungsgestaltung geht, die Tätigkeiten und die Einsatzplanung. Vor allem aber verschaffen sie den Belangen der Azubis beim Betriebsrat Gehör und achten auf die Einhaltung der für Azubis geltenden Vorschriften, Gesetze und Tarifverträge. Wer in die JAV gewählt wird, darf dadurch keine Nachteile in der Ausbildung und im betrieblichen Alltag erfahren. Deshalb gibt es gesetzliche Schutzmechanismen und Regelungen, die beispielsweise absichern, dass gewählte Jugendvertreter für die Erledigung ihrer JAV-Aufgaben von der Arbeit freigestellt werden.

Allerdings können die JAV-Vertreter nur tätig werden, wenn Azubis sie auch informieren. Duscheck rät daher dazu, sich zu engagieren: „Man hat viele Möglichkeiten, sich einzubringen.“ Etwa dass man mithilfe der JAV die Ausbildungsqualität verbessert oder sich selbst als Vertreter aufstellen lässt. Voraussetzung ist lediglich, dass man nicht älter als 25 Jahre ist, eine Mindestzugehörigkeit zum Betrieb gilt nicht. Die Sorge, für das Engagement nicht qualifiziert genug zu sein, braucht ein Azubi nicht zu haben, denn Jugendvertreter haben genauso wie Betriebsräte Anspruch auf Fortbildungen, die zudem auf die Arbeitszeit angerechnet werden. Alle zwei Jahre wird die JAV neu gewählt, der Betriebsrat alle vier Jahre.

Nicht in jedem Betrieb gibt es eine Arbeitnehmervertretung, doch in Ausbildungsbetrieben ist es die Mehrzahl. Ab mindestens fünf wahlberechtigten Beschäftigten ist es möglich, einen Betriebsrat zu bilden. Und sobald es einen Betriebsrat gibt, ist auch die Bildung einer JAV möglich, sofern im Betrieb mindestens fünf Personen in einem berufsausbildungsähnlichen Verhältnis tätig sind. „Das müssen keine Auszubildenden sein, sondern es kann sich auch um dual Studierende oder Umschüler handeln“, so Duscheck.

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