Für alle Fälle

von Projektredaktion | 2. Okt. 2015 | Kommentare deaktiviert für Für alle Fälle

Was Auszubildende über Kranken- und Unfallversicherung wissen müssen

Mit dem Beginn der Ausbildung wird es wichtig, selbst für Krankheit oder Unfall vorzusorgen und sich entsprechend zu versichern. So ist man vor Verdienstausfällen gefeit und sorgt für die Zukunft vor.

Liefen die Versicherungen bislang über die Eltern, ist mit dem Einstieg ins Berufsleben damit bei vielen Verträgen Schluss. Auszubildende müssen sich dann selbst Gedanken um ihre Absicherung machen.

Beitragssatz gesetzlich festgeschrieben

Beinbruch

Ein Beinbruch kann immer passieren. Wichtig ist dann, versichert zu sein. Foto: Fotolia/Gina Sanders

Die wichtigste Versicherung ist gleich eine Pflichtversicherung: die Krankenversicherung. Mit der Ausbildungsvergütung steht nur die gesetzliche Krankenversicherung zur Wahl, doch können Azubis immerhin ihre Krankenkasse selbst wählen. Der Beitragssatz ist hier gesetzlich festgeschrieben und beträgt derzeit 14,6 Prozent des Monatsverdienstes, wobei aber der Arbeitgeber die Hälfte der Kosten übernimmt. Viele Krankenkassen erheben jedoch Zusatzbeiträge, die Arbeitnehmer allein tragen müssen. Daher lohnt sich ein Gespräch mit einem Finanzexperten, der hilft, die richtige Versicherung zu finden.

Zu berücksichtigen ist dabei auch der Leistungskatalog. „95 Prozent der Leistungen der gesetzlichen Kassen sind gleich. Zu den wenigen Unterschieden zählt, dass die eine oder andere Kasse etwa die Kosten für die Zahnreinigung übernimmt“, erklärt Armin Heidenreich, Vermögensberater bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) aus Salem. Unterschiede gibt es dazu bei homöopathischen Behandlungen und den Leistungen für Schwangere und Mütter.

Heidenreich empfiehlt zudem eine private Zusatzversicherung. Bei dieser sei es wichtig, den Zahnersatz hoch abzusichern und darauf zu achten, dass die Versicherung möglichst viel von den Gesamtkosten übernimmt. Weitere Leistungen sind Chefarztbehandlung und der Anspruch auf ein Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. „Manche Kassen arbeiten mit privaten Zusatzversicherungen zusammen“, so der Vermögensberater. Das habe beispielsweise den Vorteil, dass ohne lange Bearbeitungszeit automatisch das Krankentagegeld ausgezahlt wird.

Für Berufsunfähigkeit Vorsorge treffen

Der Experte rät außerdem dazu, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Sie zahlt eine Rente, wenn man infolge eines Unfalls oder einer Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Da die Versicherung bei einer bekannten Vorerkrankung jedoch nicht zahlt und dafür eine Gesundheitsprüfung verlangt, lohnt es sich, bereits in jungen Jahren die Versicherung abzuschließen. „Sie begleitet einen während des Berufslebens, ist bei einem frühen Einstieg jedoch günstig“, sagt Heidenreich. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sei es wichtig, auf eine Nachversicherungsgarantie zu achten. Sie erlaubt es, die Schadenssumme in späteren Jahren, wenn man in der Regel mehr verdient, anzuheben – und dies ohne erneute Gesundheitsprüfung. Vermögensberater Heidenreich rät dazu, die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Renten- oder Lebensversicherung zu kombinieren. So sorge man zugleich auch für das Alter vor. Wichtig sei dabei, die Auszahlung ab 65 Jahren festzulegen und dazu bei der Monatsrente nicht unter 1000 Euro zu bleiben: „Beim richtigen Anbieter hat die Kombination den Vorteil, dass der Versicherer im Falle der Berufsunfähigkeit den Sparanteil bis zu einem Alter von 65 Jahren weiterzahlt und so das Sparziel dennoch erreicht wird.“

Wenn in der Freizeitein Unfall passiert

Ebenfalls bedenkenswert ist der Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Während die gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen für die Kosten aufkommt, greift die private Unfallversicherung bei Unfällen in der Freizeit. Heidenreich sagt: „Sie zahlt schon für Knochenbrüche und kleinere Invaliditätsfälle.“ Wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung lohne sich auch hier ein früher Einstieg, da viele Versicherer spezielle Tarife für unter 30-Jährige mit bis zu 30 Prozent Bonus anböten. Dabei sei darauf zu achten, dass sich die Schadenssumme später anpassen ließe, ohne dass die Versicherungskosten groß steigen.

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