Für alle Fäl­le

von Projektredaktion | 28. Nov. 2015 | Kommentare deaktiviert für Für alle Fäl­le

Junge Skifahrer gehören zur Risikogruppe – Auch Azubis sollten vor dem Winter ihre Versicherungen checken

Wenn auf der Piste etwas passiert, sollte man wenigstens gegen die finanziellen Folgen abgesichert sein.  Foto: mariakraynova - Fotolia

Wenn auf der Piste etwas passiert, sollte man wenigstens gegen die finanziellen Folgen abgesichert sein. Foto: mariakraynova – Fotolia

An der frischen Bergluft die Skipisten hinunter zu rauschen oder gemächlich weite Bögen auf den Berghängen zu ziehen, gehört zu den größten Freuden des Winterurlaubs. Doch nicht immer verläuft der Skiurlaub unfallfrei – mehr als 40 000 Deutsche haben sich allein in der Skisaion 2013/2014 auf den Pisten weltweit verletzt. Mehr als 7000 von ihnen mussten sich stationär behandeln lassen, ermittelte die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU). Besonders junge Skifahrer zählen zur Risikogruppe, wählen sie doch häufig einen riskanten Fahrstil. Um im Falle eines Unfalls abgesichert zu sein, sollten Azubis daher vor ihrem Winterurlaub ihre Versicherungen checken.

„Wenn es nach Österreich, Frankreich, Italien oder gar in die Schweiz, die nicht zur EU gehört, geht, ist eine Auslandsreisekrankenversicherung unabdingbar“, erklärt Alexander Heinemann, Vermögensberater für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) aus Trossingen. Diese komme zum einen für die Behandlungskosten auf, zahle zum anderen aber auch für den Rücktransport nach Hause. Angebote gebe es bereits für weniger als zehn Euro im Jahr. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass auch die Bergungskosten abgedeckt sind. Denn die Bergung muss im Gebirge meist mit dem Hubschrauber erfolgen, was schnell sehr teuer werden kann.

Die Erholungszeit dauert nach Skiunfällen oft lange, denn häufig handelt es sich laut ASU um langwierige Fälle wie Schulter-, Kopf- oder Knieverletzungen. Alexander Heinemann empfiehlt daher auch den Abschluss einer Unfallversicherung. „Gerade bei Unfällen mit schlimmen Schäden, die lange anhalten können, kommt der finanziellen Unterstützung eine besondere Bedeutung zu.“ So zahlt die Versicherung nicht nur für die körperlichen Schäden, sondern auch für Haushaltshilfen oder schlimmstenfalls sogar für Umbaumaßnahmen in der Wohnung.

Da sich die einzelnen Versicherungskonditionen stark unterscheiden können, lohnt es, sich näher zu informieren oder beraten zu lassen. „Wichtig ist zum Beispiel eine hohe Progressionsstaffel, durch die bei schlimmen Unglücken mehr gezahlt wird als bei kleineren Unfällen“, erklärt Vermögensberater Alexander Heinemann. Und gerade, wer nicht zuletzt auch wegen des Après-Skis in den Winterurlaub fährt, sollte einen Blick ins Kleingedruckte werfen. „Manche Versicherer zahlen bei Unfällen unter Alkoholeinfluss nicht“, weiß der Experte. Andere schließen dafür einen sogenannten Unfallmanager in ihren Leistungskatalog ein. Dahinter steckt eine Datenbank, aus der die Versicherung passende Spezialisten heraussucht, etwa auf Skiunfälle spezialisierte Chirurgen. „Das erhöht die Heilungschancen und verkürzt in vielen Fällen die Behandlung, wovon Patient und Versicherer profitieren“, weiß der Finanzexperte.

Da es nicht auszuschließen ist, dass Skifahrer nach einem schweren Pistenunfall nicht mehr arbeiten können, rät der Vermögensberater, den anstehenden Winterurlaub zum Anlass zu nehmen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese lohne sich bereits für Azubis. Alexander Heinemann sagt: „Es gibt Einsteigerangebote, bei denen der Versicherte in den ersten fünf Jahren nur die Hälfte der Prämien zahlt – bei vollem Versicherungsschutz.“ Und nach fünf Jahren stünden Azubis voll im Berufsleben und könnten problemlos die volle Prämie zahlen. Der wichtigste Punkt vor Abschluss sei, den Betrag festzulegen, den man im Notfall monatlich benötige. „Der größte Fehler ist, zu niedrig abzuschließen.“ Da mit dem Alter die Ansprüche und Bedürfnisse steigen, empfiehlt der DVAG-Experte, eine dynamische Anpassung zu vereinbaren. Damit steigen zwar jährlich die Prämien, aber auch die abgesicherte Rente.

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