Zu­satz­wis­sen bringt Si­cher­heit

von JobFit-Projektredaktion | 16. Jan. 2016 | Kommentare deaktiviert für Zu­satz­wis­sen bringt Si­cher­heit

Fortbildungen gibt es auch schon für Auszubildende – aber welche sind sinnvoll?

Fortbildungen haben auch den Vorteil, dass man über den Tellerrand des eigenen Ausbildungsbetriebes hinausschaut und sich mit anderen austauschen kann.  Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Fortbildungen haben auch den Vorteil, dass man über den Tellerrand des eigenen Ausbildungsbetriebes hinausschaut und sich mit anderen austauschen kann. Foto: contrastwerkstatt/Fotolia

Fortbildungen für Auszubildende? Das klingt zunächst merkwürdig, schließlich lernt man während einer Ausbildung permanent hinzu. Aber der neue Stoff in der Berufsschule und die ungewohnten Anforderungen im Unternehmen stellen für viele Schulabgänger eine große Herausforderung dar. Viele Kompetenzen, die für den beruflichen Alltag wichtig sind, können weder in der Berufsschule noch im Unternehmen ausreichend geschult werden. An dieser Stelle setzen Fortbildungen für Auszubildende an, wie etwa Seminare der IHK und anderer Träger. Es gibt ein überraschend reiches Angebot für diese Zielgruppe. So hat die IHK Ulm eine Azubi-Akademie gegründet, die Kurse verschiedenster Art für Auszubildende veranstaltet. Darüber hinaus gibt es bundesweit weitere Anbieter für Fortbildungen wie Gewerkschaften, Volkshochschulen, Wohlfahrtsverbände, Stiftungen oder Verbände.

Lerntechnik und Business-Knigge

Doch welche Seminare sind sinnvoll? Zunächst einmal gibt es häufig Anregungen der Ausbilder oder der Ausbildungsbegleiter von der IHK, die Defizite entdecken oder Tipps geben, welche Zusatzqualifikationen hilfreich sein können. Dann kommt es natürlich auf den Ausbildungsgang an und auf den Ausbildungsstand. „Im ersten Lehrjahr benötigen Auszubildende oft Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben“, sagt Christiane Gebhardt von der IHK Ulm. „In diesem Stadium der Ausbildung sind deshalb allgemeine Seminare zum Business-Knigge, zu Lerntechniken oder Kommunikationsformen sinnvoll.“ Beispielsweise lernen Auszubildende in Telefonseminaren auch durch Anhören und Analysieren der eigenen Aussagen, wie sie ihre Kommunikation verbessern können. Für solche von Fachleuten begleiteten Reflexionen bleibt im beruflichen Alltag keine Zeit.

Bei allem außerbetrieblichen Engagement sollte aber immer das Gelingen der eigentlichen Ausbildung im Mittelpunkt stehen. „Da eine Fortbildung eine zusätzliche Belastung bedeutet und erhöhte Aufmerksamkeit erfordert, sollten die Auszubildenden prüfen, wie hoch das zusätzliche Arbeitsaufkommen ist und ob dadurch das Erreichen des Ausbildungsziels gefährdet werden könnte“, erläutert Isabel Luik vom ver.di-Bundesvorstand.

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr kristallisiert sich meist heraus, welche Angebote für den Einzelnen vorteilhaft sind. Wie viele Seminare parallel zur Ausbildung besucht werden sollten, hängt auch vom individuellen Leistungsstand und den Anforderungen des Ausbildungsberufs ab. „Das variiert zwischen acht und zehn Seminaren im Laufe der Ausbildung, je nach Bedarf“, sagt Christiane Gebhardt. Die Finanzierung der meist eintägigen Fortbildungen übernehmen in der Regel die Ausbildungsbetriebe, auch wenn rechtlich kein Anspruch darauf besteht. Die IHK Ulm beispielsweise veranstaltet in größeren Unternehmen auch sogenannte „Inhouse-Seminare“, in denen eine Gruppe von Auszubildenden aus dem gleichen Betrieb vor Ort geschult wird.

Kurse zur Prüfungsvorbereitung

Besondere Bedeutung erhalten Fortbildungen im dritten Ausbildungsjahr. Denn in den Betrieben bleibt oft zu wenig Zeit für eine gezielte Prüfungsvorbereitung, und auch in den Berufsschulen konzentriert man sich meist auf die Stoffvermittlung, sodass die konkrete Prüfungssituation schwer einzuschätzen bleibt – und oft mit Ängsten besetzt ist. Prüfungsvorbereitungsseminare können hier Hilfestellung leisten: „Unsere Dozenten kennen den Prüfungsablauf genau und können den Auszubildenden durch konkrete Vorbereitungsmaßnahmen Ängste nehmen“, sagt Christiane Gebhardt.

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