Gärt­ne­ri­sches Ge­samt­werk

von JobFit-Projektredaktion | 1. Feb. 2016 | Kommentare deaktiviert für Gärt­ne­ri­sches Ge­samt­werk

Als Azubi im Landschaftsbau lernt Dominik Wehr auch pflastern und Strände anlegen

Von Robert Kolm

Wieder und wieder saust der Hammer auf die Pflastersteine, bis Dominik Wehr zufrieden ist. Eine letzte Prüfung, ja, alle Steine um das Bäumchen in der Ravensburger Seestraße sitzen fest, die Bepflasterung sieht gut aus und der junge Baum ist stabil befestigt.

Der 18-Jährige Dominik Wehr aus Kressbronn arbeitet beim Betriebshof der Stadt Ravensburg. Am 1. September 2015 hat er dort seine Lehre angefangen – als Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. „Ich habe früher oft meiner Vermieterin im Garten geholfen, und dann hat sich eine Vorliebe dafür entwickelt“, erzählt Wehr. Die Ausbildung dauert drei Jahre, Dominik Wehr ist zurzeit der einzige Auszubildende in dieser Fachrichtung im Betriebshof.

Eigenes kreatives Projekt

Dominik Wehr aus Kressbronn arbeitet als Gärtnerlehrling im Betriebshof der Stadt Ravensburg.  Foto: Robert Kolm

Dominik Wehr aus Kressbronn arbeitet als Gärtnerlehrling im Betriebshof der Stadt Ravensburg. Foto: Robert Kolm

„Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich und ich bin viel an der frischen Luft, kann mit der Natur arbeiten“, beschreibt der junge Mann, der im Betriebshof von Abteilungsleiter Oliver Gaye betreut wird, seine Ausbildung. „Sehr viel Grünpflege, Arbeiten auf dem Friedhof, Pflasterarbeiten, das sind die Tätigkeiten, die bei uns anfallen“, sagt Gaye. Ein kreatives Projekt hat er für seinen Schützling aber auch auf den Weg gebracht: „Im Flappachbad gibt es eine Wohlfühlecke, die Dominik gestaltet hat. Da musste unter anderem Sand ausgebracht und eine Strandfläche erstellt werden. Jetzt kann man dort gut Strandkörbe aufstellen.“ Ein „gärtnerisches Gesamtwerk“ erstellen, das sei ein großer und wichtiger Ausbildungsinhalt, ergänzt der junge Kressbronner. Ziel ist es, am Ende der Ausbildung einen ganzen Garten anlegen zu können – neben Bepflanzungen, Mauerbau, Pflasterungen und Teichanlegungen gehört dazu auch das Verlegen von Leitungen und Anschlüssen zur Be- und Entwässerung.

Es wird aber nicht nur an der frischen Luft gearbeitet, Theorie steht auch auf dem Programm. Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, geht es alle paar Wochen für Dominik zur Berufsschule nach Göppingen, wo unter anderem Pflanzenkenntnisse gepaukt werden müssen. „Um die 400 Gewächse sind das sicherlich, die ich bestimmen können muss. Eher mehr“, sagt Wehr. Schon deshalb dürfe man den Beruf nicht unterschätzen, unterstreicht Gaye. Zwar reicht ein Hauptschulabschluss als Qualifikation theoretisch aus, aber da sei später ganz schön was zu lernen. „Für mich ist das wie Vokabeln pauken“, meint Wehr.

Zwischendurch wird natürlich immer wieder praktisch gelernt: Einen Lehrgang für einen Baggerführerschein wird es geben, einen Kurs für Motorsägen auch. Sicherheitsaspekte spielen eine große Rolle. Was muss ein angehender Gärtner noch mitbringen? „Körperliche Voraussetzungen sind in dem Beruf wichtig, aber Männer haben da keinen nennenswerten Vorteil gegenüber Frauen“, sagt Gaye. „Die Frauen können das genauso gut, die haben manchmal sogar ein besseres Gespür für den Umgang mit Pflanzen.“

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