Gut ge­rüs­tet für den All­tag mit Kind

von Projektredaktion | 27. Feb. 2016 | Kommentare deaktiviert für Gut ge­rüs­tet für den All­tag mit Kind

Familiengründung während der Ausbildung – Viele Stellen geben Tipps rund um Geld und Vorsorge

Junge Frauen und Männer, die während ihrer Ausbildung Eltern werden, sind keine Seltenheit. In unserer JobFit-Serie haben wir bereits erklärt, welche Rechte schwangere Auszubildende haben und Tipps gegeben, wie man auch mit Kind seinen Abschluss schafft. Heute geht es um die finanzielle Seite der Familiengründung.

Für junge Familien ist es wichtig, sich von Anfang an fachkundig beraten zu lassen, wenn es um grundlegende Fragen der Finanzierung und Versicherung geht.  Foto: Alexsokolov/Fotolia

Für junge Familien ist es wichtig, sich von Anfang an fachkundig beraten zu lassen, wenn es um grundlegende Fragen der Finanzierung und Versicherung geht. Foto: Alexsokolov/Fotolia

Mutter oder Vater zu werden bedeutet auch, mehr Verantwortung zu übernehmen. Künftig muss man nicht mehr nur an die eigene Absicherung denken, sondern zusätzlich an die der Familie – egal ob mit oder ohne Trauschein. „Die wichtigste Versicherung ist die Privathaftpflicht“, sagt Andreas Reiser, Vermögensberater bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Während Alleinstehende in erster Ausbildung noch über den Familientarif ihrer Eltern versichert sind, ändert sich dies bei Paaren, die in einem eigenen Haushalt eine Familie gründen.

Versicherung entsprechend der familiären Situation

„Bei Abschluss einer Familien-Privathaftpflicht sollte darauf geachtet werden, dass Kinder unter sieben Jahren vollumfänglich versichert sind“, so Andreas Reiser. Denn bis zum Alter von sieben Jahren gelten Kinder als deliktunfähig, was bedeutet, dass sie für Schäden nicht haftbar gemacht werden können – unter Umständen aber ihre Eltern. Gute Haftpflichtversicherungen kämen nicht nur für diese, sondern zudem für Schäden auf, die Versicherte an geliehenen oder gemieteten Gegenständen verursachen – etwa einem von Bekannten ausgeliehenen Kinderwagen. Ferner rät Andreas Reiser jungen Paaren, dass zumindest der Hauptverdiener eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt. Diese springe ein, wenn der Versicherte seinem Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen könne, und kompensiere so den Ausfall des Großteils des Familieneinkommens. Hier gebe es sehr gute Lösungen, die an die finanzielle und familiäre Situation entsprechend angepasst werden könnten.

„Bei jungen Familien ist darüber hinaus zu prüfen, über welche finanziellen Möglichkeiten sie verfügen“, sagt der DVAG-Vermögensberater aus Ravensburg. So biete eine Risikolebensversicherung eine gute Absicherung. Wie sinnvoll sie sei, hänge aber auch davon ab, welche Unterstützung zum Beispiel durch die Eltern des Paares möglich sei.

Weniger wichtig sind aus der Sicht des Vermögensberaters Angebote wie eine Krankenkassenzusatzversicherung: „Sicher ist es angenehm, im Krankenhaus ein Einzelzimmer zu haben oder ein Krankenhaustagegeld zu bekommen, doch hat es nicht oberste Priorität.“ Wichtiger sei es Rücklagen anzusparen, um größere Anschaffungen oder Reparaturen ohne Ratenzahlung oder Darlehen stemmen zu können. „Heutzutage ist das Aufnehmen von Krediten sehr einfach. Aber Kredite binden verfügbare Geldmittel und nehmen die Flexibilität für Ausgaben zum täglichen Leben. Nicht selten führt ein Ratenkredit zum nächsten und es dauert Jahre, wieder davon loszukommen“, meint Andreas Reiser.

Beratung durch staatliche und kirchliche Institutionen

Oft ist das Geld bei jungen Familien knapp. Dann ist es hilfreich, sich bei staatlichen und kirchlichen Institutionen zusätzlich beraten zu lassen. So bieten verschiedene karitative Einrichtungen Unterstützung und finanzieren etwa – je nach Fall – die Erstausstattung für das Baby oder geben zinslose Darlehen für dringend notwendige Anschaffungen. Auch das örtliche Sozialamt hilft weiter und informiert über mögliche staatliche Zuschüsse. Das kann etwa Wohngeld sein oder ein Heizkostenzuschuss. Außerdem haben Eltern Anspruch auf Kindergeld, das zumindest einen Teil der monatlichen Kosten für das Kind abdeckt.

Günstige Möbel und Kleider auf Basaren kaufen

Die Kosten lassen sich dadurch reduzieren, dass man nicht alles neu anschafft. Einrichtungsgegenstände wie Kinderbett, Stubenwagen oder Wickelkommode haben manchmal noch die eigenen Eltern aufbewahrt. Sie lassen sich auch von Freunden und Bekannten leihen oder günstig gebraucht kaufen. „Gerade bei Kleidung können 60 bis 70 Prozent der Kosten gespart werden, wenn man sie auf Basaren, Flohmärkten oder in Secondhand-Läden kauft“, empfiehlt Andreas Reiser. Die Kosten für Kinder steigen erst mit den Jahren, sodass noch Zeit bleibt, sich auf die veränderte Situation einzustellen.

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