Für den schlimms­ten Fall ge­rüs­tet

von JobFit-Projektredaktion | 11. Jun. 2016 | Kommentare deaktiviert für Für den schlimms­ten Fall ge­rüs­tet

Wer durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig wird, sollte gegen die finanziellen Folgen versichert sein

Bei einer Gesundheitsprüfung wird festgestellt, ob Vorerkrankungen vorliegen.  Foto: Alexander Raths/Fotolia

Bei einer Gesundheitsprüfung wird festgestellt, ob Vorerkrankungen vorliegen. Foto: Alexander Raths/Fotolia

Ein Unfall oder eine Krankheit kann Arbeitnehmer zwingen, ihren Beruf aufzugeben. Mit Versicherungen kann man sich zumindest vor den finanziellen Folgen schützen. Wann eine Berufsunfähigkeits- und wann eine Unfallversicherung bereits für Azubis sinnvoll ist:

Wenn man in der Ausbildung über den weiteren Berufsweg nachdenkt, steht eine Übernahme im Fokus und die weitere Karriere. Gedanken, dass man plötzlich nicht mehr arbeiten kann, macht man sich nicht. Doch auch wenn man es sich nicht vorstellen möchte: es besteht das Risiko, dass man infolge von Krankheit oder Unfall plötzlich seine Arbeit nicht mehr ausüben kann. Nachdem in Deutschland 2001 die staatliche Erwerbsminderungsrente auf ein Minimum reduziert wurde, sorgen Arbeitnehmer für diesen Fall besser privat vor. Das ist bereits für Auszubildende ratsam. „Zum einen gibt es für Azubis günstige Einstiegstarife, zum anderen bestehen sie meist problemlos die Gesundheitsprüfung, weil sie keine großen Vorerkrankungen mitbringen“, sagt Armin Wasner, Vermögensberater bei der Direktion für Deutsche Vermögensberatung Gerhard Beck in Mehrstetten.

Alter und Gesundheitszustand wichtige Kriterien für die Police

Beim Abschluss einer Versicherung hat man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Varianten von Policen. Die eine sichert lediglich das reine Risiko ab. Das bedeutet, dass das gezahlte Geld komplett weg ist, wenn der Leistungsfall nicht eintritt. Dafür lässt sich die Police leichter kündigen oder wechseln – vorausgesetzt die gesundheitlichen Voraussetzungen haben sich nicht geändert.

Die andere Variante kombiniert die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Rentenversicherung. Auch in diesem Fall ist ein Teil der Beiträge weg, wenn der Leistungsfall nicht eintritt. Der Sparanteil dient jedoch dazu, eine private Rente anzusparen. „Die Kombination hat einen großen Vorteil“, so Armin Wasner. „Im Versicherungsfall übernimmt der Versicherer den Sparanteil bis zur Auszahlungsphase der Rente.“ Die Prämien für diese doppelte Absicherung sind natürlich höher als die einer reinen Berufsunfähigkeitsversicherung. Daher sollte vorher abgewogen werden, ob die Beiträge auch künftig problemlos bezahlt werden können. Sollte dies nicht der Fall sein, bleibt meist nur die Beitragsfreistellung der ganzen Police oder im schlimmsten Fall eine Kündigung. Dabei sollte man sich im Klaren sein, dass es je nach Alter und Gesundheitszustand dann schwieriger werden kann, eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung zu einem bezahlbaren Preis abzuschließen.

Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung bietet die Unfallversicherung eine wichtige Absicherung. Sie unterscheidet sich jedoch in einigen wichtigen Punkten. „Die Unfallversicherung zahlt nur bei Unfällen, und eine Krankheit ist kein Unfall“, erklärt Armin Wasner. Außerdem erfüllt sie einen anderen Zweck, denn die Unfallversicherung zahlt einmalig, während die Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente auszahlt. Bei der Unfallpolice kommt daher der Höhe der Absicherung eine große Bedeutung zu. Der Finanzexperte rät: „Es sollten mindestens 300000 Euro sein.“

Dieser Betrag wird im Leistungsfall komplett oder anteilig fällig, festgelegt in der sogenannten Gliedertaxe. So zahlt die Versicherung bei Verlust des Daumens beispielsweise 20 Prozent der maximalen Schadenssumme, bei Verlust eines Auges 50 Prozent und bei einer Querschnittslähmung volle 100 Prozent. Mit dem Geld können Unfallopfer mögliche Umbauten zu Hause finanzieren, ein Auto umrüsten oder einen Rollstuhl kaufen, sodass sich die Lebensveränderungen im Alltag besser meistern lassen. Die Höhe der monatlichen Beiträge für die Unfallversicherung richtet sich nach der Schadenssumme, aber auch nach der Tätigkeit des Versicherten, da die Versicherung rund um die Uhr greift und damit auch bei Unfällen, die mit der Arbeit verknüpft sind. Aus diesem Grund zahlt ein angehender KFZ-Mechatroniker mehr als ein Student. Doch laut Vermögensberater Wasner sind gute Tarife meist schon für weniger als 20 Euro im Monat zu bekommen.

Beim Abschluss auf die größten Risiken beschränken

Eine Gesundheitsprüfung gibt es vor dem Abschluss einer Unfallversicherung nicht, daher ist sie für Menschen mit Vorerkrankungen manchmal die einzige Möglichkeit sich abzusichern, weil sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht bekommen. Armin Wasner empfiehlt: „Eine Unfall- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man möglichst beide abschließen.“ Um die Kosten niedrig zu halten, könne man sich auf die Absicherung der größten Risiken beschränken und Zusätze wie ein Krankenhaustagegeld weglassen. „Gute Policen erlauben später eine flexible Anpassung“, so der Vermögensberater.

Kommentare geschlossen.