Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sollte nicht feh­len

von JobFit-Projektredaktion | 6. Aug. 2016 | Kommentare deaktiviert für Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sollte nicht feh­len

In­ter­view: Vermögensberater Reinhold Haser erklärt, worauf junge Menschen nach der Ausbildung achten müssen

Geschafft! Die Ausbildung ist endlich erfolgreich beendet, und jetzt steht der Start ins Berufsleben an. Das bedeutet allerdings auch, sich verstärkt Gedanken über notwendige Versicherungen und Vermögensbildung machen zu müssen. Wir haben mit Reinhold Haser, einem Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), über die wichtigsten ersten Schritte gesprochen.

Herr Haser, zu welchen Versicherungen raten Sie jungen Menschen, die soeben ihre duale Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben?
Ganz klar: zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Berufsanfänger ist sie besonders vorteilhaft. Sie erhalten in den ersten fünf Jahren zum halben Beitragssatz das gleiche Leistungsspektrum wie Vollzahler. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber auch aus einem anderen Grund besonders wichtig. Denn vom Gesetzgeber gibt es in den ersten fünf Jahren quasi gar keinen Schutz, falls jemand berufsunfähig wird. Und auch später ist die staatliche Absicherung sehr gering.

Das Risiko springt immer mit: Eine Versicherung kann Unfälle zwar nicht verhindern, aber zumindest die finanziellen Folgen abmildern. FOTO: DPA

Das Risiko springt immer mit: Eine Versicherung kann Unfälle zwar nicht verhindern, aber zumindest die finanziellen Folgen abmildern. FOTO: DPA

Gibt es eine weitere Versicherung, die für Berufsanfänger besonders empfehlenswert ist?
Ja, und zwar die private Unfallversicherung. Unfälle können bekanntlich jederzeit geschehen. Viele Unfälle passieren im Haushalt oder bei Freizeitaktivitäten. Egal ob beim Skaten, Skifahren oder Radfahren, bei aller Vorsicht ist die Unfallgefahr immer vorhanden. Hier muss man schauen, ob die jungen Leute eventuell noch bei ihren Eltern mitversichert sind. Ist das nicht der Fall, sollte möglichst rasch eine eigene Versicherung abgeschlossen werden.

Und was ist mit einer privaten Haftpflichtversicherung?
Während der Ausbildung sind Jugendliche in der Regel noch bei ihren Eltern mitversichert. Aber auch hier heißt es: aufpassen! Oft muss nach dem Ende der Ausbildung eine eigene private Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Mit der privaten Haftpflicht ist dann auch das Paket mit den drei wichtigsten Absicherungsversicherungen geschnürt.

Abgesehen von der Absicherung ist das Thema Finanzen besonders interessant für Berufseinsteiger. Wie können sie effektiv sparen oder ihr Geld vermehren?
Da kommt bei vielen Berufsanfängern zuallererst die betriebliche Altersvorsorge ins Spiel. Oft wird sie schon von den Arbeitgebern empfohlen. Sie bedeutet einen Kapitalaufbau, bei dem der Staat als „Sponsor“ mitwirkt. Denn bei der betrieblichen Altersversicherung werden Steuern und Sozialabgaben gespart.

Was können Sie zum Thema Riesterförderung sagen?
Hier muss man prüfen, welche Vertragsform die geeignetste für den Berufsanfänger ist. Jeder Mensch hat ja andere Wünsche und Ziele. Da ist eine ausführliche Beratung empfehlenswert, um danach die passende Riesterförderung zu beantragen. Auch hier gibt es Steuervorteile und Zulagen, die man gut nutzen kann.

Gibt es andere vermögensbildende Maßnahmen, die Sie empfehlen?
Für kurzfristige Rücklagen sind Termin- und Festgeld eine gute Entscheidung. Ich empfehle, zwei bis drei Monatsgehälter für den schnellen Zugriff parat zu haben. Das kann für die neue Waschmaschine oder das neue Auto sein. Manchmal benötigt man eine größere Summe von einem Tag auf den anderen. Darüber hinaus sind etliche Investmentsparverträge eine risikoarme und günstige Option, um Vermögen zu bilden. Für Berufsanfänger besonders interessant: Hier sind Verträge schon mit einem Beitrag von 25 Euro monatlich möglich.

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