Frühzeitig informieren und ausprobieren

von JobFit-Projektredaktion | 25. Feb. 2017 | Kommentare deaktiviert für Frühzeitig informieren und ausprobieren

Mit der Suche nach dem passenden Ausbildungsberuf sollten Jugendliche am besten zwei Jahre vorher beginnen

Mehr als 300 Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland. Da den richtigen herauszufinden, der den eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten entspricht, ist nicht leicht – zumal wenn es nicht Klassiker wie Industriekaufmann, Kfz-Mechatroniker oder Verkäufer werden sollen. Erste Orientierung bieten Berufsparcours auf Ausbildungsmessen, bei denen Schüler in rund zehn Minuten Handgriffe und Aufgaben ausprobieren können, die zu unterschiedlichen Berufen gehören.

Praktika während der Schulzeit können helfen, den Ausbildungsberuf zu finden, der einem Spaß macht. Foto: goodluz/Fotolia

Wer es lieber theoretischer angeht, kann über Tests im Internet herausfinden, welche Ausbildung passen könnte. Ausführlichere Hilfe bietet eine persönliche Berufsberatung bei der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer (IHK). „Aus unserer Sicht ist es sehr wichtig, dass bei der Beratung auch die Eltern dabei sind, weil diese im Rahmen der Berufsorientierung einen sehr großen Einfluss haben“, sagt Fabian Späth, Mitarbeiter im Projekt „Azubis finden/Azubi werden“ bei der IHK Ulm. Er empfiehlt, sich frühzeitig mit dem Berufswunsch auseinanderzusetzen, möglichst zwei Jahre vor dem Schulabschluss.

Erste Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen

Ergibt sich aus der ersten Orientierung bereits ein konkretes Berufsfeld, lässt sich über Praktika herausfinden, ob das angestrebte Ziel auch wirklich das richtige ist. „Nutzt die Ferien und die Berufsorientierungswoche, um so viel wie möglich auszuprobieren“, rät Dominik Maier vom Fachbereich Nachwuchsgewinnung der Handwerkskammer Ulm. Denn auch wenn ein Praktikum ergibt, dass einem die Fachrichtung nicht gefällt, hilft es weiter, da man einen Beruf ausschließen kann. Im besten Fall sammelt man hingegen nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern knüpft bereits Kontakte zu einem möglichen Ausbildungsbetrieb.

Ansonsten geht im Idealfall ein Jahr vor Beendigung der Schule die Suche nach einem Ausbildungsplatz los. Doch wie findet man heraus, welche Betriebe in der Region die gewünschte Ausbildung anbieten? Erste Anlaufstellen sind hier die Jobbörse der Agentur für Arbeit sowie Lehrstellenbörse und Lehrstellenradar der Kammern, so Fabian Späth: „Auch die Familie, Freunde und Bekannte haben in diesem Zusammenhang wertvolle Informationen.“ Weitere gute Quellen seien Anzeigen in Zeitungen und Gemeindeblättern, da diese viele regionale Angebote enthielten.

Firmen kennenlernen – zum Beispiel auf Ausbildungsmessen

Auch Berufs- und Ausbildungsmessen sind empfehlenswert. Dort sind viele Betriebe präsent, sodass sich Schüler dort über die Ausbildung informieren können. Die Ansprechpartner sind oft nicht nur Ausbildungsberater und Personaler, sondern auch Auszubildende, die von ihren Erfahrungen berichten können. Diese Gespräche sollten Schüler dazu nutzen, um für sich zu klären, ob sie lieber zu einer großen Firma oder einem kleineren Betrieb möchten. „Das ist auch eine Typfrage. Jede Firma ist anders, und ob man in einer Lehrwerkstatt, einem Einzelbüro, einem Großraumbüro, Kleinteams oder einer Eins-zu-eins-Betreuung ausgebildet wird, ist eben schon ein Unterschied“, so Fabian Späth.

Die Handwerkskammer Ulm versucht außerdem, mithilfe von sogenannten passgenauen Besetzungen kleinen und mittelständischen Betrieben potenzielle Azubis zu vermitteln, deren Wünsche und Fähigkeiten zu diesen Betrieben passen. Manche Betriebe sind darüber hinaus mit Schulen in Bildungspatenschaften verbunden, was den Kontakt erleichtert.

Ist der gewünschte Ausbildungsplatz gefunden, steht die nächste Hürde an: die Bewerbung. In dieser gilt es dann, den Betrieb davon zu überzeugen, dass man der am besten geeignete Kandidat ist. „Und er muss erkennen können, warum der Bewerber dorthin möchte“, sagt Dominik Maier.

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